Transgender-Film wird in Malaysia zum Kassenschlager

Aus Angst, gegen die strengen Moralgesetze des Landes zu verstoßen, haben Radiosender in Malaysia Teile von Lady GaGas Schwulenhymne „Born This Way“ zensiert. Dabei dürfte die Bevölkerung aufgeschlossener sein als angenommen: Ein kontroversieller Film mit schwullesbischer/Transgender-Thematik wurde in dem muslimisch geprägten Land zum Kassenschlager.

In den ersten fünf Tagen hat „Dalam Botol“, auf deutsch etwa „in der Flasche“ umgerechnet etwa 300.000 Euro eingespielt. Der Film handelt von einem Mann, der sein Geschlecht ändern lässt, um einem anderen Mann zu gefallen – und dann von ihm sitzengelassen wird. Daraufhin verliebt er sich in Mädchen, kann diese Beziehung aber nach seiner Geschlechtsumwandlung nicht ausleben.

Was bei uns eher für Kopfschütteln sorgen würde, ist in Malaysia ein Hit. Selbst Produzentin Azmi Raja Sulaiman war vom Erfolg des Filmes überrascht. Sie freut sich, das die Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit basiert, bei den Zuschauern so gut ankommt.

Unter lesbischwulen Aktivisten in Malaysia ist der Film umstritten: Einerseits wird kritisiert, dass Homosexualität und Transgender negativ gezeichnet werden, andere loben den Film als Durchbruch in der stark von Zensur geprägten Kinolandschaft Malaysias. Die Produzentin selbst betont, ihr gehe es nicht darum Homosexualität zu bewerten, sondern die Realität der Gesellschaft in dem asiatischen Land nachzuzeichnen.

Bis der Film in die Kinos kam, war es ein langer Weg: Die Zensurbehörde hatte an „Dalam Botol“ erwatungsgemäß viel auszusetzen. In der Regel lässt die Behörde des muslimischen Landes keine schwulen, lesbischen oder Transgender-Figuren in Kinofilmen zu – außer, sie sterben oder werden zur Heterosexualität bekehrt.