60 Verhaftungen in Shanghaier Schwulenbar

In einer Schwulenbar in Shanghai sind am Wochenende mehr als 60 Besucher verhaftet worden.

Die Polizei stürmte am Sonntag gegen ein Uhr früh in die „Q Bar“ und hat Personal und Besucher festgenommen. Ausländischen Besuchern wurde erlaubt, die Bar zu verlassen. Die chinesischen Anwesenden wurden allerdings verhaftet. Teilweise blieben sie bis zu zwölf Stunden in Polizeigewahrsam. Ihnen wird angeblich vorgeworfen, dass sie in der Bar „pornografische“ Shows mit Tänzern gesehen haben. „Sie wollten wissen, ob Leute Geld in die Unterwäsche der Tänzer gesteckt haben“, erinnert sich einer der Verhafteten an das Verhört. Die Polizei schweigt zu der Razzia.

Angeblich haben ausländische Arbeitskräfte, die auf dem Dach der Bar leben, ausgesagt, dass dort manchmal nackte Männer sitzen, die auch miteinander Sex haben. Steven Bao, einer der DJs, vermutet in seinem Blog, dass sie von einer gegnerischen Bar zu dieser Aussage aufgestachelt wurden.

Damit bleibt das Verhältnis Chinas zu Lesben und Schwulen gespannt: Erst 1997 straffrei gestellt und bis 2001 als psychische Krankheit gesehen, ist Homosexualität im Reich der Mitte heute noch immer ein Tabuthema. Die Behörden versuchen, Zeichen schwulen und lesbischen Lebens in der Öffentlichkeit zu unterbinden. So untersagte sie letztes Jahr in letzter Minute den ersten „Mr. Gay“-Wettbewerb. Im September desselben Jahres wurden in Peking 80 schwule Cruiser verhaftet.

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