Aids-Station im Linzer AKh vor dem Aus?

In Linz könnten die Klinik-Betten für Aids-Kranke ein Opfer des Sparkurses werden. Das berichten heute die „Oberösterreichischen Nachrichten“ (OÖN).

Konkret wird geplant, dass die Abteilung für Dermatologie im AKh Linz, auf der die an Aids erkrankten Patienten behandelt werden, in eine Tagesklinik umgewandelt wird. Damit wäre eine Versorgung rund um die Uhr nicht mehr möglich. Allerdings ist die Abteilung die einzige Stelle in Oberösterreich, in der Aids behandelt werden kann.

Die Expertenkommission zur Spitalsreform schlägt vor, die Klinik-Betten für Aids-Kranke auf eine andere Station zu verlegen. Doch Heinz Brock, medizinischer Leiter des AKh Linz, ist skeptisch: „Das ist eine hochkomplexe Behandlungsform. Es gibt keine andere Abteilung, die diese Kompetenz hat. Mir ist schleierhaft, wie das funktionieren soll“, sagt der den OÖN. Er betont, dass die Verlegung in eine andere Abteilung einen „enormen Qualitätsverlust“ in der Behandlung zur Folge hätte. Er befürchtet: „Das wäre das Ende der Aidsbetreuung im AKh.“ Brock schlägt stattdessen vor, die Anzahl der Betten in der Dermatologie von derzeit 67 auf 20 bis 30 zu verringern. Das würde Kosten sparen und den Standard erhalten.

Gegen den Vorschlag der Reformkommission ist auch die Aidshilfe Oberösterreich. Deren Präsident Erich O. Gatter nennt den Vorschlag „fachlich nicht nachvollziehbar, unwirtschaftlich, unprofessionell und nicht nur fragwürdig, sondern für Experten sogar höchst bedenklich“.