Moscow Pride hat Genehmigung angesucht

In Moskau haben die Organisatoren der Lesben- und Schwulenparade „Moscow Pride“ heute bei der Stadtverwaltung einen Antrag auf Genehmigung ihrer Veranstaltung gestellt.

Dabei hat die Gruppe rund um den bekannten Aktivisten Nikolai Alexejev den „Moscow Pride“ zum ersten Mal nicht als politische Demo, sondern als „Kultur- und Bildungsveranstaltung“ angemeldet. Die Kundgebung trägt somit den Titel „Moskau Gay Pride: Homosexualität in der Geschichte der Kultur und Zivilisation“ und soll am Samstag, den 28. Mai, zwischen 13 und 15 Uhr am Bolotnaya-Platz, nahe der Vertretung der Europäischen Kommission, stattfinden.

Die Genehmigung für ein solches Verfahren dauere zwar länger, dafür gebe es bessere Einspruchsmöglichkeiten bei einer Ablehnung, so Alexejev. Innerhalbvon zehn Tagen muss die Stadtverwaltung die Veranstaltung genehmigen oder ablehnen. „Sollten wir abgelehnt werden, werden wir wie zuvor vor russische und europäische Gerichte ziehen“, ist Alexejev kämpferisch. Aber auch ohne Genehmigung will er am 28. Mai demonstrieren.

Unklar ist die Position des neuen Moskauer Bürgermeisters Sergej Sobjanin. Während sein Vorgänger Juri Luschkow jede Lesben- und Schwulenparade untersagt und beschimpft hatte, galt Sobjanin zunächst als offener. Anfang Februar hatte der 52-jährige die „Moscow Pride“ allerdings in einem Interview für „unnötig“ gehalten. Er betonte zwar, dass dies seine Privatmeinung sei, fügte aber hinzu, dass er die Genehmigung einer Homo-Demo bezweifle.

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