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Priester stalkte Kollegen wegen gemeinsamem Lover

Eine sehr eigenwillige Interpretation von christlicher Nächstenliebe brachte einem bayerischen Priester eine Geldstrafe von 1.800 Euro ein: Der Mann soll einen Theologiestundenten und seinen Freund, einen Tiroler Priester, gestalkt haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Ein 44-jähriger Priester aus Bayern begann ein Verhältnis mit einem Theologiestudenten – allerdings ahnte der gebürtige Slowake nicht, dass sein neuer Schwarm auch gleichzeitig mit einem Pfarrer aus dem Tiroler Unterland liiert war.

Als der Priester hinter das Dreiecksverhältnis kam, soll er seinen Nebenbuhler mehrmals am Tag mit unterdrückter Nummer angerufen haben. Dazu schickte er, so die Anklage, acht anonyme, „sexistische, herabwürdigende und beleidigende“ Briefe. Auch der Theologiestudent, der sich mittlerweile von dem Pfarrer aus Bayern trennte, bekam neun Monate lang immer wieder unerwünschte Anrufe.

Vor dem Landesgericht Innsbruck zeigte sich der Pfarrer größtenteils geständig. Er schäme sich für seine Taten und bereue sie. Die vielen Anrufe habe er gemacht, weil er sich um seinen Ex-Liebhaber Sorgen gemacht habe, so der Geistliche. Richter Norbert Hofer verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe in der Höhe von 1.800 Euro. Dem verfolgten Theologiestudenten sprach er ein Teilschmerzensgeld von 500 Euro zu. Weder Verteidigung noch Staatsanwaltschaft gaben eine Erklärung ab, das Urteil ist deshalb noch nicht rechtskräftig.

Kirchliche Konsequenzen hat das Gerichtsverfahren für das Stalking-Opfer: Gegenüber dem ORF Tirol erklärte der Generalvikar der zuständigen Erzdiözese Salzburg, Hansjörg Hofer, die schwule Beziehung des Geistlichen zu einem Theologiestudenten sei „natürlich nicht mit dem priesterlichen Dienst vereinbar“. Man werde mit dem betroffenen Pfarrer schon demnächst „ein ernstes Gespräch“ führen und „auf Einsicht“ hoffen, so der Salzburger Generalvikar.

Sollte der Priester nicht einsichtig sein, werde man ihm „eine Therapie nahelegen“, drohte der Generalvikar.

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