Wieder Hass-Sänger bei Wiesen-Festival

Aus dem Wirbel rund um den geplanten Auftritt des jamaikanischen Hasssängers Sizzla im letzten Jahr scheinen die Veranstalter des Reagge-Festivals „Sunsplash“ in Wiesen nichts gelernt zu haben: Heuer steht mit Capleton erneut ein Hasssänger auf der Liste der auftretenden Künstler.

Der 43-jährige, der bürgerlich Clifton George Bailey III heißt, erklärt in seinen Liedern unter anderem, dass die Welt von Homosexuellen „gesäubert“ werden müsse. Dabei verwendet er bewusst die Worte „kill“ und „burn“. Seine Fans erklären, diese „Battyman-Tunes“ seien nur „symbolisch“ gemeint und hätten einen religiösen Hintergrund. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind es aber auch gerade solche Lieder, die in Jamaika den Boden für Lynchmorde an Schwulen bereiten. Den „Reggae Compassionate Act“, in dem er sich 2007 verpflichtet hat, nicht mehr über Morde an Schwulen zu singen, hat er seitdem wiederholt gebrochen.

Deshalb sorgt der Auftritt von Capleton bei unseren deutschen Nachbarn für Aufregung. Er soll auch beim Chiemsee Reagge Summer auftreten. Das sehen allerdings nicht einmal die anderen Künstler des Festivals positiv. Wie das Online-Portal „queer.de“ berichtet, hat die deutsche Elektro-Punkband „Frittenbude“ ihren Auftritt deshalb abgesagt. Die Band habe einen Auftritt nur unter der Bedingung zugesagt, dass die Veranstalter keine Sänger einladen, die ihre „idiotische Propaganda“ gegen Homosexuelle verbreiten wollten. Die logische Schlussfolgerung: „Solange Capleton oder irgend ein anderer homophober ‚Künstler‘ auf dem Chiemsee Reggae Summer spielt, ist unser Auftritt dort gecancelled“, schreiben „Frittenbude“ auf ihrer Homepage.

Sizzla trat im letzten Jahr übrigens nicht in Wiesen auf: Er sagte auch seine Teilnahme auf dem burgenländischen Festival ab, nachdem er wegen des großen öffentlichen Drucks auch aus Bayern ausgeladen wurde.

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