Philipp Lahm warnt schwule Spieler vor Outing

Der deutsche Fußball-Nationalspieler Philipp Lahm hat schwule Profifußballer öffentlich davor gewarnt, sich zu outen.

In einem Interview mit der Zeitschrift „Bunte“ erklärt er: „Für denjenigen, der es tut, würde es sehr schwer werden. Ein offen schwuler Fußballer würde Schmährufen ausgesetzt sein“, fürchtet der 27-jährige. „Es ist schade, aber Schwulsein ist im Fußball – anders als in Politik und Showgeschäft – immer noch ein Tabuthema“. Der verheiratete Lahm betont, er selbst habe „keinerlei Berührungsängste“ mit Schwulen.

Lahm teilt damit die Meinung von Werder Bremens Tormann Tim Wiese. Auch Trainer Christoph Daum warnte einen einzelnen Spieler vor einem Coming Out und empfahl im März ein gemeinsames Coming Out mehrerer Spieler.

Die aktuelle Stellungnahme Lahms verwundert ein wenig: Innerhalb des deutschen Profifußballs hat Lahm schon oft Stellung für Homosexualität im Fußball bezogen. Im Jahr 2008 wurde er sogar für seinen Einsatz gegen Homophobie mit dem Tolerantia-Preis des Berliner Antigewaltprojekts Maneo ausgezeichnet.

Mit seiner Stellungnahme widerspricht Lahm auch Manuel Neuer, dem Torwart der deutschen Nationalmannschaft. Dieser hat – ebenfalls in einem Interview mit der „Bunten“ – schwulen Profikickern das Coming Out empfohlen. „Auch die Fans werden sich schnell daran gewöhnen. Wichtig ist die Leistung“, hoffte der 24-jährige.