Unter Größenwahn scheint der Initiator des Liechtensteiner Referendums gegen Eingetragene Partnerschaften, Johannes Schraner, zu leiden. In einem Exklusivinterview mit der Tageszeitung „Volksblatt“ antwortete er auf die Frage, wer hinter seiner Initiative „vox populi“ stehe, mit einem einfachen: „Sie sehen mich ja! Ich bin ja hier und beantworte das Interview! Die Stimme des Volkes hat sehr wohl ein Gesicht.“
Schraner hat eine Volksabstimmung gegen das Gesetz für Eingetragene Partnerschaften ins Leben gerufen, das vom Liechtensteiner Parlament einstimmig beschlossen wurde. Und hatte der Einzelkämpfer bis jetzt immer kundgetan, er habe gegen das Gesetz gekämpft, weil es „undemokratisch“ zustande gekommen war, sagte er dem „Volksblatt“ seine wahren Motive: Schraner ist einfach gegen die Gleichstellung von Lesben und Schwulen. Die Eingetragene Partnerschaft für Lesben und Schwule sei nicht notwendig, gleichgeschlechtliche Paare könnten alles auch zivilrechtlich regeln, so Schraner. Aufgabe des Staates sei es nicht, die Liebe zu „belohnen“, sondern die daraus hervorgehende Familie, wiederholt der Initiator des Volksbegehrens die kirchlich-konservative Argumentation.
Doch auch mit dem vollständigen Lesen von Gerichtsurteilen scheint Schraner ein Problem zu haben. So erwähnt er stolz, dass der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im letzten Jahr entschieden hatte, dass gleichgeschlechtliche Paare kein Recht auf Ehe hätten. Dass im gleichen Urteil diese Paare erstmals explizit als Familie bezeichnet werden, lässt er unter den Tisch fallen – genau wie jede Urteile, die eine Gleichbehandlung homo- und heterosexueller Paare fordern.
Das Referendum über das Partnerschaftsgesetz in Liechtenstein findet am 17. und 19. Juni 2011 statt.

