Chinas Krankenhäuser verweigern HIV-Positiven Behandlung

Krankenhäuser in China verweigern Aids-Kranken und HIV-Positiven regelmäßig eine Behandlung. Das berichtet die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), eine Sonderorganisation der UNO. Interviews mit mehr als 100 Erkrankten sowie 23 Klinikmanagern und Krankenpflegern belegten die Diskriminierung.

So konnte ein 37-Jähriger aus der nördlichen Provinz Shaanxi nicht wegen eines Knotens im Magen behandelt werden: „Jede Klinik hat mir geraten, mich sofort für einen Eingriff einweisen zu lassen, aber als sie hörten, dass ich HIV-positiv bin, wollte mich keine aufnehmen“, erinnert er sich.

Auch eine Spezialklinik habe ihm eine Behandlung verweigert. Die Verantwortlichen fürchteten, es könne dem Ruf des Krankenhauses schaden, wenn andere Patienten erfahren würden, dass im OP-Saal ein HIV-Infizierter behandelt worden sei. Das liegt auch daran, dass Krankenhäuser in China profitorientiert arbeiten und Angst haben, besonders wohlhabende Patienten könnten ihre Klinik meiden.

Die Regierung in Peking kennt dieses Problem, tut aber nur ungenügend dagegen. Das liegt auch daran, dass Aids und Homosexualität im Reich der Mitte lange Tabuthemen waren. Die Regierung unterband Debatten über die Ausbreitung des HI-Virus. Erst in den vergangenen Jahren wurde mit dem Thema offener umgegangen.

Offiziellen Angaben zufolge gibt es in China 740.000 HIV-Infizierte. Die Dunkelziffer dürfte aber viel höher liegen.