München bekommt Homo-Mahnmal

Während in Wien weiter um ein Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Homosexuellen gestritten wird, macht man in Bayerns Landeshauptstadt München Nägel mit Köpfen: Der Kulturausschuss der Stadt hat einstimmig beschlossen, ein solches Mahnmal aufzustellen. Die endgültige Entscheidung trifft der Stadtrat vermutlich am 8. Juni.

Das Denkmal soll an der Kreuzung von Oberanger- und Dultstraße vor dem ehemaligen Schwulenlokal „Schwarzfischer“ entstehen, in dem damals die ersten Münchner Razzien gegen Schwule stattfanden. Es soll in die Planungen um eine Neugestaltung des Platzes integriert werden. Eine Jury aus Vertretern des Stadtrates und der Münchner Kunstszene soll dafür geeignete Künstler benennen. Die Kosten des Denkmals sollen rund 85.000 Euro betragen.

Auch am offiziellen Platz der Opfer des Nationalsozialismus in München soll künftig der verfolgten Schwulen und Lesben gedacht werden. Auf einer Bronzetafel sollen auch die Opfer aufgelistet werden, die wegen ihrer sexuellen Identität verfolgt wurden.

In München fanden erste Einweisungen in das KZ Dachau schon 1933 statt, eine organisierte Homosexuellenverfolgung ist dort seit 1934 dokumentiert. Mehr als 50.000 schwule Männer sind von den Nationalsozialisten aufgrund des Paragraphen 175 verurteilt und in Konzentrationslager verschleppt worden – viele von ihnen überlebten nicht. Der Paragraf 175, der Homosexualität unter Strafe stellte, galt in Deutschland noch bis 1969.