14 Homo-Aktivisten in St. Petersburg verhaftet, zwei verletzt

In St. Petersburg sind am Samstag 14 von 20 schwullesbischen Teilnehmern der „Slavic Pride“ verhaftet wurden, weil sie die verbotene Parade trotzdem veranstalten wollten.

Unter den Verhafteten war auch der russische Schwulenaktivist Nikolai Alexejew. Er twitterte aus der Polizeistation, dass zwei der Verhafteten geschlagen wurden: Einer von ihnen von Beamten auf der Wache, ein zweiter von homophonen Gegendemostranten. Dieser musste wegen Gesichtsverletzungen im Krankenhaus behandelt werden.

Wie Augenzeugen berichteten, versuchten diese, den Umzug zu stören. Weiteren Berichten zufolge wurden auch diese Demonstranten von der Polizei festgenommen.

Alexejew wird die Durchführung einer illegalen öffentlichen Protestveranstaltung und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen. Er wurde am nächsten Tag vor Gericht gebracht, wo ihm 15 Tage Haft drohten.

Zuvor hatten die Behörden in St. Petersburg alle Anträge, die „Slavic Pride“ legal durchzuführen, abgeschmettert. Daraufhin kündigten die Aktivisten an, trotzdem eine kleine Demonstration durchzuführen. Als sie um 14 Uhr mit Plakaten und Transparenten in der Nähe der Statue von Peter dem Großen versammelten, wurden sie bereits von Polizei erwartet. Alle die ein Transparent trugen, wurden nach kurzer Zeit verhaftet und in zwei Polizeiautos weggebracht.

Lesben- und Schwulenrechte sind in Russland nach wie vor ein Tabuthema. So wurden im letzten Monat einige prominente internationale Lesben- und Schwulenaktivisten in Moskau verhaftet, als sie trotz eines Verbotes demonstrieren wollten. Der Europäische Menschenrechts-Gerichtshof hat Russland voriges Jahr schuldig gesprochen, weil es die Moscow Pride in den Jahren 2006 bis 2008 ohne nachvollziehbaren Grund verboten hat.

In Berlin demonstrierten deshalb rund 100 Personen vor der russischen Botschaft. Der offen schwule Bundestagsabgeordnete Volker Beck nannte die Aktivisten aus Russland und Weißrussland „Helden, auf die wir stolz sein können“. Das Verhalten der russischen Polizei bezeichnete er als „völlig inakzeptabel“.

Im nächsten Jahr soll die Slavic Pride international werden: Nach den aufgelösten Paraden in Moskau (2009), Minsk (2010) und St. Petersburg (2011) soll sie 2012 in Finnland beginnen und dann die Grenze nach Russland überschreiten.