Britischer Premier will Homo-Rechte für Entwicklungshilfe

Der britische Premierminister David Cameron will Entwicklungshilfe auch davon abhängig machen, wie die Empfängerländer mit den Rechten von Lesben und Schwulen umgehen. Das hat er letzte Woche bei einem Empfang für prominente Lesben und Schwule in seinem Amtssitz in der Downing Street 10 bekanntgegeben.

Zunächst ging Cameron in seiner Rede auf die Situation für Lesben und Schwule in Großbritannien ein. Erwartungsgemäß lobte er die neuesten Errungenschaften wie die Öffnung von Eingetragenen Partnerschaften für kirchliche Einrichtungen oder eine großangelegte Untersuchung über Transgender.

Homophobie nannte er ein „Problem der Gesellschaft“. Er sehe auch eine Verbindung zwischen Angriffen auf Lesben und Schwule und der mangelnden Akzeptanz Homosexueller im Sport, so Cameron weiter.

Bei der Frage der Entwicklungshilfe forderte der britische Premier von seiner Regierung ein, die gekürzten Mittel auch danach zu vergeben, wie die Empfängerländer mit Menschenrechten umgehen. „Ich denke, das ist moralisch richtig, weil wir als reiches Land den ärmsten Menschen der Welt helfen sollten. Aber das hat auch den Nebeneffekt, dass wir die moralische Autorität in der Welt haben, mit anderen Staatschefs und Regierungen über unsere Beziehungen zu sprechen und darüber, was wir von ihnen erwarten.“

Diese Haltung zeigte, so Cameron, bereits erste Erfolge, wenn es um Lesben- und Schwulenrechte in Afrika geht: „Ich bin sehr stolz darauf, dass wir über dieses Thema auf die Führung von Malawi großen Druck ausgeübt haben, aber ich bin überzeugt davon, dass wir mehr tun können. Wir haben die Möglichkeit, mit afrikanischen Staatschefs zu reden, afrikanischen Regierungen, über dieses Thema, von dem ich weiß, dass es heute Abend jeden hier betroffen macht. Und mich macht es auch betroffen“, so der britische Premierminister.