Medikamente gegen Prostatakrebs senken Sex-Lust bei Schwulen

Aber keine Auswirkungen auf Libido bei Heterosexuellen

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Schwule Männer, die mit Bikalutamid gegen Prostatakrebs behandelt werden, leiden häufiger an Potenzproblemen als heterosexuelle Männer. Das geht aus einer Studie von rumänischen und US-amerikanischen Forschern hervor.

Sie haben 17 heterosexuelle und 12 schwule Männer vor und nach ihrer Therapie befragt. Dabei haben sie die Sexualfunktionen in sechs Kategorien abgetestet, zum Beispiel der Erektionsfähigkeit, der Orgasmusfähigkeit oder der Lust auf Sex.

Bei schwulen Männer hat sich das Verlangen nach Sex in vier der sechs Kategorien halbiert. Heterosexuelle Männer waren hingegen nach der Behandlung mit ihrem Sexualleben sogar zufriedener.

Hormonbehandlungen wirken unterschiedlich auf Heterosexuelle und auf Schwule

Ion G. Motofei von der Carol Davila Universität in Rumänien erklärt die Wirkung der Medikamente: „Anti-Androgene werden Männern mit Prostata-Krebs gegeben, damit männliche Hormone aufhören, das Wachstum der Krebszellen zu fördern. Das Ziel dieser Studie war, nachzuprüfen, ob diese Hormonbehandlung hetero- und homosexuelle Männer unterschiedlich beeinflusst, und die Ergebnisse zeigen klar, dass dies so ist“. Die Gründe dafür liegen allerdings im Unklaren.

Allerdings zeige die Studie, „dass Androgene bei sexuellen Prozessen im Gehirn eine Rolle spielen, wie Libido, Erektionsfähigkeit oder Orgasmus, und dass heterosexuelle Männer darauf anders ansprechen könnten als homosexuelle“, ergänzt David Rowland von der Valparaiso Universität in Indiana, einer der Co-Autoren der Studie. Allerdings „unterschätzen wir den Effekt, den Androgene auf heterosexuelle Männer haben können, nicht, nur weil der auf homosexuelle Männer größer zu sein scheint.“