Vatikan hetzt gegen Homo-Rechte

Erneut versucht der Vatikan, bei den Vereinten Nationen gegen Grund für Lesben und Schwule zu intervenieren.

Der Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Silvano Tomasi, kritisiert einen Beschluss des UN-Menschenrechtsrats. Dieser hatte am 22. März eine Erklärung verabschiedet, die „Gewaltakte und Menschenrechtsverletzungen wegen der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität verhindern“ soll. Unterstützt wurde die Erklärung von 85 Staaten. Afrikanische Länder, Russland, China und der Vatikan lehnten die Erklärung ab.

Nun schießt der Vatikan nach: In einem Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur CNA sagte Tomasi, die Erklärung könne als Beginn einer Bewegung angesehen werden, „Gay Rights in die globale Menschenrechtsagenda einzufügen“. Dies stünde im Widerspruch zum Recht „auf freie Meinungsäußerung für religiöse Anführer“, so der Erzbischof: „Es scheint, als würden Begriffe wie ‚Gender‘ oder ’sexuelle Orientierung‘ erdacht werden, um der Realität zu entfliehen und eine Reihe von Gefühlen und Impulsen unterzubringen, die dann in Rechte verwandelt werden“. Diese „erdachten Begriffe“ stünden dann im Widerspruch zu „authentischen Rechten“ wie „das freie Ausüben von Religion“, so Tomasi weiter.

Der Erzbischof warnte in dem Interview weiters davor, dass „natürliche Ehen und Familien (…) durch eine Gesetzgebung, die homosexuelle ‚Ehe‘ und die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau auf das gleiche Level“ setze, „sozial abgewertet werden“.

Und auch, wenn Tomasi in dem Interview Gewalt gegen Lesben und Schwule verurteilte, kann er sich mit Strafen für Homosexualität offenbar doch anfreunden: Schließlich würden alle Staaten sexuelles Verhalten durch „Verbote von Praktiken wie Inzest, Pädophilie und Vergewaltigung“ regulieren.