[Video] New York öffnet Ehe für Lesben und Schwule

Seit Sonntag, Punkt Mitternacht, können gleichgeschlechtliche Paare im US-Bundesstaat New York heiraten. Und die ersten Paare haben sich keine Zeit fürs Ja-Wort gelassen.

Nach Angaben der „New York Times“ war das erste verheiratete Paar der Millionenmetropole lesbisch: Cheryle Rudd, 53 und im weißen Smoking, und Kitty Lambert, 54 und im blauen Kleid, sind beide Großmütter mit zusammen einem Dutzend Enkeln. Die beiden Frauen kämpfen seit Jahrzehnten für die Homo-Ehe. Dem entsprechend waren auch mehrere Abgeordnete, die die Legalisierung gleichgeschlechtlicher Ehen im vergangenen Monat beschlossen haben, bei der Zeremonie anwesend.

Rudd und Lambert heirateten in Niagara Falls, ganz im Nordwesten des US-Staates. Die gewaltigen Niagara-Wasserfälle sind ein klassischer Ort für Verlobungen und Hochzeiten – und sie haben sich für das historische Ereignis in Schale geworfen: Die Wasserfälle an der Grenze New Yorks zu Kanada wurden in Regenbogenfarben erleuchtet, als die ersten gleichgeschlechtlichen Eheschließungen gefeiert wurden. „Das haben nicht nur wir beide allein erreicht“, freute sich Kitty Lambert. „Jeder einzelne hat eine Rolle dabei gespielt, dieses Gesetz durchzubringen.“

Auch New York City hat seine schwulen und lesbischen Brautpaare besonders willkommen geheißen. So öffnete Bürgermeister alle Standesämter ausnahmsweise am Sonntag. Er und andere Bürgermeister setzten sogar die 24-Stunden-Frist aus, die in New York eigentlich zwischen Anmeldung und Heirat vergehen muss. Statt der erwarteten 2.500 Paare wollten sich am Sonntag im Big Apple übrigens etwas mehr als 800 Paare trauen. Damit blieb der befürchtete Ansturm aus, die Termine wären dann ausgelost worden.

Das „älteste“ Paar, das am Sonntag in New York heiratete, war übrigens zusammen mehr als 160 Jahre alt. Die 75-jährige Phyllis Siegal und die zehn Jahre ältere Connie Kopelov sind bereits seit 23 Jahren ein Paar. Unter Tränen versprachen sie sich Treue und wechselten im Blitzlichtgewitter einen ersten, fast scheuen Kuss als Ehefrauen. Dafür nahmen sie einige Mühe auf sich: Kopelev kam mit Halskrause als Wirbelsäulenstütze und Gehhilfe vor den Altar.

Dass Lesben und Schwule im Bundesstaat New York heiraten dürfen, gilt als wichtiges Signal: Viele erhoffen sich von der New Yorker Entscheidung einen Schub für die ganze USA. Immerhin hat sich die Zahl der Menschen, die in einem Bundesstaat leben, in dem gleichgeschlechtliche Paare heiraten, nun über Nacht verdoppelt. Bis jetzt dürfen gleichgeschlechtliche Paare in den Neuengland-Staaten Connecticut, Massachusetts, New Hampshire und Vermont heiraten, außerdem in Iowa und der US-Hauptstadt Washington. New Jersey erlaubt die Eintragung einer Beziehung mit den gleichen Rechten. Einige Staaten dagegen, darunter Texas und Florida, haben die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule in ihrer Staatsverfassung ausdrücklich verboten.