Lesben und Schwule als Feindbild bei Wahlen in Sambia

Wenn am 20. September in Sambia gewählt wird, steht ein Verlierer schon fest: Wie mehrere Zeitungen berichten, wird der Wahlkampf auch auf Kosten von Lesben und Schwulen geführt.

„Wir sind ein christliches Land“ und „Homosexualität ist unafrikanisch“ sind Formulierungen, die der Schuhputzer in der Hauptstadt Lusaka genauso verwendet wie Staatssekretär Chriticles Mwansa. Oppositionsführer Michael Sata wird von Anhängern des amtierenden Präsidenten Rupiah Banda als „Homosexuellen-Freund“ und „vom Teufel geleitet“ bezeichnet.

Die Verleumdungen fallen auf fruchtbaren Boden: Wie Wikipedia berichtet, verurteilen 98 Prozent der Bevölkerung des zentralafrikanischen Staates Homosexualität. Seit 1999 gibt es mit „Zambians Against People with Abnormal Sexual Acts“ sogar eine Organisation, die sich der Bekämpfung von Homosexualität verschrieben hat. Homosexuelle Handlungen sind in Sambia nach Kapitel 87 der Paragrafen 155 bis 157 des Strafgesetzbuches strafbar. Als deutliches Zeichen nach außen stimmte die Verfassungsversammlung 2010 einer Klausel zu, die gleichgeschlechtliche Ehe verbietet.

Hinter diesen Angriffen steht oft Propaganda christlicher Aktivisten. Einer von ihnen ist der US-Amerikaner Richard Cohen, der sich unter anderem dafür stark gemacht, dass in Uganda die Todesstrafe für Homosexualität eingeführt wird.