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Martin Humer ist tot

Martin Humer ist tot. Medienberichten zufolge starb der als „Pornojäger“ bekannt gewordene 85-Jährige am 31. Juli an den Folgen seines vierten Herzinfarktes in einem Welser Krankenhaus.

Der gelernte Fotograf hatte es sich zur Aufgabe gemacht, gesellschaftliche Entwicklungen zu bekämpfen, die für ihn „unmoralisch“ waren – unter anderem Pornografie, Schwangerschaftsabbruch, Sexualunterricht an Schulen und Homosexualität. Er gründete die „Bürgerinitiative zum Schutz des Lebens und der Menschenwürde“ und war Obmann der Partei „Christlich Soziale Arbeitsgemeinschaft“.

Auslöser für diesen Kreuzzug soll ein Familienausflug nach Linz gewesen sein, als er bei einem Kiosk ein Sexheft entdeckt hatte und die Behörden seiner Meinung nach nicht ernsthaft genug auf seine Anzeige reagierten. Seitdem befasste er sich intensiv mit dem Sichten und Archivieren von pornografischem Material und Schreiben von Anzeigen. Es wurde ihm nachgesagt, deshalb über lange Zeit die größte Porno-Sammlung Österreichs zu haben.

Doch Humer erstattete nicht nur zahllose Anzeigen, er bekam auch etliche. Unter anderem stand er vor Gericht, weil er eine Mozart-Skulptur des Künstlers Markus Lüpertz auf dem Salzburger Ursulinenplatz mit rot-grüner Lackfarbe besprüht und Daunen gefedert hatte. Die Skulptur hab e mit Kunst nichts zu tun, „sie ist eine Art Pornografie“, argumentierte er damals.

Auch gegen Homosexualität hetzte Humer: Auf der radikalkatholischen Website „kreuz.net“ rief er vor zwei Jahren indirekt zum Mord an Homosexuellen auf. „In alten Zeiten, in Zeiten der Bibel, haben die alten Juden kranke Fälle radikal ‚behandelt‘ und Homosexuelle gleich umgebracht“, schrieb Humer in einem Kommentar über einen Aktionsplan gegen Homophonie, den die Deutschen Grünen im Bundestag diskutieren wollten. „Die ’sexuelle Orientierung‘, von der heute so viel herumgeredet wird, erweist sich oft als eine Desorientierung – als ein psychischer Defekt“, war sich der Pornojäger sicher: „Wenn heute allgemein Krankheiten und Anomalien mit mehr Wissen und Verstand behandelt werden können, so dürfen auch Kranke ihre vermeintlichen Rechte nicht mit brutaler Gewalt einfordern oder gar durchzusetzen versuchen.“

Auch der Life Ball war ein Feindbild Humers – jedes Jahr demonstrierte er mit wenigen Getreuen am Rande der Modenschau gegen die Aids-Charity. „Wir lassen nicht zu, dass die diversen ‚Marktschreier‘ unsere kulturellen Einrichtungen vereinnahmen dürfen“, so Humer damals.

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