Enger Präsidenten-Mitarbeiter hetzt gegen Prager Parade

Der Büroleiter des tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus hat die Durchführung einer Lesben- und Schwulenparade in der Hauptstadt Prag stark kritisiert.

In einem Text, den die Website „Parlamentni listy.cz“ heute veröffentlicht hat, bezeichnet Petr Hajek die Prager Parade als „politische Demonstration einer Welt mit deformierten Werten“, die Druck erzeugen solle. Lesben und Schwulen bezeichnet er in dem Text als „abartige Mitbürger“.

Hajek kritisiert auch den Prager Bürgermeister Bohuslav Svoboda von der rechtskonservativen ODS und deren Stadtparteiobmann Boris Stastny, weil sie die Parade unterstützen: Menschen mit solchen Einstellungen sollten die Partei verlassen, fordert er. Svoboda und Stastny weisen diese Aufforderung zurück.

„Den Druck, den die Homosexuellen unter dem ’schönen tschechischen Namen‘ Lesben- und Schwulenparade in Prag aufbauen, ist kein unschuldiges Amüsement. Es ist eine ernstzunehmende Demonstration einer bestimmten Vorstellung von Werten in einer Welt, in der die traditionelle Familie keine Rolle spielt“, so der engste Mitarbeiter des tschechischen Präsidenten.

Und Hajek reicht es offenbar nicht, auf Lesben und Schwule loszugehen. Er schreibt weiter: „In dieser Welt frisst das Monster des Multikulturalismus tief verwurzelte nationale Traditionen auf. Es ist eine Welt, in der sexuelle oder alle anderen Abarten zu einer Tugend erhoben werden, Abnormitäten, die Zerstörung der Gesellschaft zugunsten des heiligen Fortschritts.“ Als „weißer, heterosexueller Christ“ fühle er sich als gefährdete Art, so Hajek weiter.

Die erste Lesben- und Schwulenparade Prags findet am 14. August als Höhepunkt eines fünftägigen „Festes der Toleranz“ statt. Czeslaw Walek, Leiter des Veranstaltungskommitees, sagte in einer ersten Stellungnahmen, dass Hajeks Aussagen es nicht wert seien, kommentiert zu werden: „Das Prague Pride Festival bedeutet Freude, Wissen, Respekt, Stolz und Toleranz“

Doch Hajek ist nicht der einzige prominente Politiker, der sich gegen die Prague Pride stellt. In der Stadtverwaltung, die die Veranstaltung unterstützt, gingen etwa 60 Briefe zu dem Thema ein – die meisten davon negativ. Einen davon schrieb Ladislav Batora, Sektionschef im Unterrichtsministerium und Leiter einer konservativen Gruppe. Bekannt wurde er durch seine Kandidatur für die rechtsextreme Nationalpartei. Batora kündigte auch gegenüber „Parlamentni listy.cz“ an, dass seine Gruppe beim Bürgermeister und dem US-Botschafter in Prag gegen die Parade Protest einlegen wird, weil beide die Veranstaltung unterstützen.

Doch Bürgermeister Svoboda lässt sich dadurch nicht beirren. Er steht zu seiner Unterstützung für die erste Prager Lesben- und Schwulenparade: „Lesben und Schwule leben unter uns und es gibt keinen Grund, so zu tun, als ob es nicht so wäre. Vielmehr bin ich dagegen, dass Leute wegen ihrer Hautfarbe, religiösen Überzeugung oder sexuellen Orientierung getrennt werden“