Elephant Man: Hass-Sänger tritt morgen in Wien auf

Erneut soll ein Hass-Sänger in Wien auftreten: Elephant Man, der bürgerlich O’Neil Bryan heißt, ist morgen in der Disco „Empire Club“ in der Wiener Innenstadt zu Gast. Sein letzter geplanter Auftritt im Jahr 2008 scheiterte an Protesten deutscher Lesben- und Schwulenorganisationen.

Elephant Man gilt als besonders uneinsichtig, wenn es um den Schwulenhass in seinen Liedern geht. In „A Nuh Fi Wi Fault“ singt er unverblümt: „Queers must be killed! … Shoot them like birds“. Songs wie dieser gehören in Jamaika zu den „Klassikern“. Würde Elephant Man diese Lieder in Deutschland singen, wäre er ein Fall für die Staatsanwaltschaft: „Uns scheint bei den oben genannten Titeln und Mordaufrufen der Tatbestand der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten gemäß Paragraf 111 StGB und der Tatbestand der Volksverhetzung gemäß Paragraf 130 StGB gegeben zu sein“, erklärte Klaus Jetz, Geschäftsführer des deutschen Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) im letzten Jahr.

Elephant Man hat sich bislang auch nicht von den Titeln distanziert, sondern verdient nach wie vor am Verkauf dieser Mordaufrufe. Er gehört auch zu jenen Künstlern, die den „Reggae Compassionate Act“ (RCA) ablehnen. Der RCA ist eine Erklärung führender Reggae- und Dancehall-Stars, in der sie sich verpflichten, gegen Homophobie aufzutreten und die Gewalt gegen Lesben und Schwule zu verurteilen.

Sein 2001 erschienenes Album „Log On“ wurde in Deutschland wegen der schwulenfeindlichen Texte auf den Index gesetzt. Es darf nicht mehr im Versandhandel verkauft, beworben oder an Jugendliche unter 18 Jahren abgegeben werden.

Gegen den Auftritt von Elephant Man in Wien sind keine Proteste geplant.