Philipp Lahm: „Ich bin nicht schwul!“

Auch, wenn er als einer der tolerantesten Fußballer Deutschlands gilt: Philipp Lahm, Kapitän der Nationalmannschaft, mach in seinem neuen Buch klar: „Ich bin nicht schwul“. Die „Bild“-Zeitung zitiert in ihrer heutigen Ausgabe eine entsprechende Stelle aus Lahms Buch „Der feine Unterschied“, das heute erscheint.

Lahm wehrt sich offensiv gegen die Gerüchte, in Köln einen heimlichen Freund zu haben: „Offenbar läuft in Köln ein Mann herum, der jedem, der es hören will, erzählt, dass er mit mir zusammen ist. Das allein finde ich merkwürdig, und noch merkwürdiger finde ich nur, dass die Story überall kursieren kann und sich im Internet in zahllosen Spekulationen und Mutmaßungen wiederfindet“, so Lahm in seinem Buch.

Einmal habe ihn auch ein schwuler Fan zu Hause aufgesucht, um ihm mit feuchten Augen seine Liebe zu gestehen: „Ich bin außer mir. Wie schräg ist das denn? Wie hat der Typ meine Adresse herausgefunden? (…) Er ist aus Düsseldorf gekommen. Er ist mir nicht auf gut Glück nachgegangen, er hat wie ein Privatdetektiv recherchiert, wo ich wohne, wann ich zu Hause bin. Das bringt mich völlig aus dem Konzept.“, erinnert sich Lahm, der nach diesem Vorfall umgezogen ist.

Dabei macht er klar, dass er selbst kein Problem mit dem Thema hat: „Ich habe nichts gegen Schwule, und ich finde Homosexualität nichts Verwerfliches. Aber ich wundere mich immer wieder darüber, dass einzelne Typen, die so eine Geschichte in Umlauf setzen, so viel Einfluss auf die öffentliche Meinung haben.“, so der Kapitän der deutschen Elf.

Einem schwulen Kollegen würde er trotzdem nicht raten sich zu outen: „Ich hätte Angst, dass es ihm gehen könnte wie dem englischen Profi Justin Fashanu, der sich nach seinem Outing so in die Enge getrieben fühlte, dass er schließlich Selbstmord beging“, erklärt Lahm.

Diese Meinung hatte der 27-Jährige auch im Mai in der Zeitschrift „Bunte“ geäußert. Damals widersprach der Kapitän der Nationalmannschaft dem Torwart Manuel Neuer, der meinte, es käme auf die Leistung an: „Es ist schade, aber Schwulsein ist im Fußball – anders als in Politik und Showgeschäft – immer noch ein Tabuthema“, stellte Lahm klar.

Dabei gilt Lahm in diesem Punkt als offen: Im Jahr 2008 wurde er sogar für seinen Einsatz gegen Homophobie mit dem Tolerantia-Preis des Berliner Antigewaltprojekts Maneo ausgezeichnet. So war er der erste deutsche Profifußballer, der in einem Interview mit einem Szenemedium über das Thema Homosexualität diskutierte.