Tripper wird zur Gefahr

Wenn vor Geschlechtskrankheiten gewarnt wird, dann meistens vor HIV, Hepatitis oder Syphilis. Doch in den letzten Jahren hat sich fast unbemerkt auch Tripper (Gonorrhö) zu einer immer ernsteren Gefahr entwickelt.

Denn wie das britische Gesundheitsamt warnt, ist das Bakterium, das die Krankheit verursacht, immer öfter gegen die herkömmlichen Antibiotika immun. Das Gesundheitsamt empfiehlt deshalb den Ärzten, statt der üblichen Medikamente stärkere Antibiotika zu verwenden. Eines der nun empfohlenen Medikamente ist eine Antibiotika-Tablette, das andere eine Spritze.

Wie die BBC berichtet, waren im Jahr 2010 bereits 20 Prozent der getesteten Erreger gegen die herkömmlichen Antibiotika immun – nur fünf Jahre zuvor wirkten die Medikamente noch bei allen in Großbritannien festgestellten Gonnorhö-Stämmen.

Die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) empfiehlt eine Änderung der Behandlung, wenn 5 Prozent der Patienten mit den bisher verwendeten Gonnorhö-Medikamenten nicht geheilt werden können. Das war zwar noch nicht der Fall – aber die Wirksamkeit der bisher verwendeten Medikamente ging so schnell zurück, dass die Behörde sich entschlossen hat, zu handeln. „Aber das wird das Problem nicht lösen“, gibt Cathy Ison, Professorin und beim britischen Gesundheitsamt für die Gonorrhö-Behandlung zuständig, zu bedenken. Denn das Neisseria-gonorrhoeae-Bakterium für seine Anpassungsfähigkeit berüchtigt. „Weil uns alternative Behandlungsmöglichkeiten fehlen, werden wir in eine Situation kommen, in der Tripper nicht geheilt werden kann“, fürchtet Ison. Denn die Zeichen stehen schlecht: Im Juli hatten Forscher aus Schweden und Japan vom Auftauchen eines Gonorrhö-Stammes in Japan berichtet, der sogar gegen alle derzeit bekannten Antibiotika resistent ist.

Links zum Thema

  • GGG.at Gesundheit: Tripper (Gonorrhoe)