HIV-Impfstoff schützt bei Test 90 Prozent der Probanden

Neue Hoffnung im Kampf gegen HIV geben spanische Forscher: In ersten Tests zeigte ein von ihnen entwickelter Impfstoff bei Testpersonen eine Schutzwirkung von 90 Prozent gegenüber dem HI-Virus.

Für die Studie haben Wissenschafter des Spanischen Zentrums für Biotechnologie einem abgeschwächten Pockenvirus vier HIV-Gene eingeschleust. Dann wurde der Impfstoff einigen HIV-negativen Freiwilligen injiziert. 24 erhielten den Impfstoff, sechs ein Placebo. Das Ergebnis: Im ersten Jahr wurde bei 90 Prozent eine starke Immunabwehr gegen das HI-Virus festgestellt, im zweiten Jahr noch immer bei 85 Prozent der Versuchspersonen. Der Impfstoff zeigte keine Nebenwirkungen. Wie lange der Schutz wirklich hält, ist aber noch nicht getestet.

Bis das Serum allerdings zu kaufen ist, werden noch Jahre vergehen, dämpft Studienleiter Mariano Esteban die Erwartungen: „Derzeit ist der Wirkstoff erst in den Phase-Eins-Tests. Mit einem marktreifen Produkt ist in den nächsten Jahren noch nicht zu rechnen, da zuerst die anderen Studienphasen Erfolg haben müssen“, erklärt er.

Außerdem wird der Impfstoff gerade an HIV-Positiven getestet, um einen möglichen therapeutischen Effekt zu überprüfen. Hier stehen Ergebnisse an Menschen noch aus. „Bei Ratten wurde das HI-Virus durch die Impfung nicht am Eintritt gehindert, blieb aber kontrollierbar“, so Esteban.

Die Impfung wäre vor allem für Risikogruppen ein großer Fortschritt, zum Beispiel schwule Männer, Prostituierte oder Kinder von HIV-positiven Müttern. Derzeit funktioniert der Impfstoff nur gegen den Subtypus HIV-B ab, der in Europa und Nordamerika verbreitet ist.

Das Ziel von Esteban ist klar: Er möchte einer HIV-Infektion den Schrecken nehmen. Langfristig soll HIV in seinen Auswirkungen mit Herpes verglichen werden können, hofft der spanische Forscher.