Coca-Cola: Tauchstation nach Hass-Sänger-Sponsoring

Schwere Vorwürfe werden gegen den Getränkekonzern Coca Cola erhoben. Er soll in Jamaika ein Konzert gesponsert haben, in dem Hass-Sänger Sizzla zur Ermordung von Lesben und Schwulen aufgerufen hat. Nach Protesten geht der Konzern mittlerweile auf Tauchstation.

Konkret geht es um ein Reggae-Konzert in Jamaika, auf dem auch Sizzla auftrat. Dabei soll er „Boom Bye Bye“ gesungen haben. Das Lied, das von dem ebenfalls einschlägig bekannten Buju Banton geschrieben wurde, fordert die Zuhörer auf, Schwule durch Kopfschuss, Säure- oder Brandanschläge zu töten. Präsentiert wurde das Konzert von „Coke Zero“, der zuckerfreien Variante der braunen Brause.

Als sich die jamaikanische Aktivisten und die US-Gruppe „Aids-Free World“ beim Getränkekonzern über den Auftritt beschwerten, gab sich dieser zunächst ahnungslos. „Chief Diversion Officer“ Steve Bucherati erklärte zunächst, dass Coca Cola Sizzlas homophobe Vergangenheit nicht bewusst gewesen sei und sie auch nicht wussten, dass er „Boom Bye Bye“ bei diesem Event singen würde. Bucherati erklärte auch, einen Entschuldigungsbrief an sämtliche jamaikanische Zeitungen geschickt zu haben – die diesen erwartungsgemäß aber nicht abdruckten.

Auf Nachfragen reagierte der Konzern dann aber nicht mehr. Jetzt geht „Aids-Free World“ in die Offensive. „Das Sponsoring von ‚Murder Music‘ durch Coca-Cola ist unerklärlich“, heißt es in einem Brief der Aktivisten: „Es ist unentschuldbar, dass Sie nicht sofort reagiert haben, als dieser öffentlich vorgetragene homophobe Rausch von Sizzla vorgetragen wurde.“, ärgert sich die Gruppe – besonders, weil Coca Cola bereits versprochen hat, sämtliche Sponsoring-Maßnahmen zu überprüfen – aber ohne konkretes Ergebnis.