Serbischer Politiker wegen homofeindlicher Äußerungen verurteilt

In Serbien ist zum ersten Mal ein Politiker verurteilt worden, weil er Homosexuelle diskriminiert hat. Dragan Marković hat sich im August öffentlich gegen die Belgrade Pride ausgesprochen.

Marković ist Bürgermeister von Jagodina und gehört der Partei „Vereinigtes Serbien“ (JS) an, die auch Teil des Regierungsbündnisses ist.

Marković erklärte: „Die Haltung der Partei und auch meine persönliche Ansicht sind, dass Homosexuelle nicht in den Straßen Belgrads demonstrieren sollten, weil sie etwas zeigen, das krank ist und nicht normal.“ Dagegen klagte die Lesben- und Schwulenorganisation „Gej strejt alijansa“ (GSA). Nun wurde er zu einer symbolischen Geldstrafe von 110 Euro verurteilt. Außerdem muss der 51-Jährige sämtliche Verfahrenskosten tragen und darf die Aussagen nicht wiederholen. Die GSA ist mit dem Urteil zufrieden: „Das Gericht hat entschieden, dass Dragan Markovic diskriminiert hat und hat angeordnet, dass er das nicht wieder tun kann“, so der Anwalt von GSA.

Verändern dürfte diese Geldstrafe allerdings nichts. Gleich nach dem Urteil hat Marković erklärt, dass sich seine Meinung auch nach dem Urteil nicht ändern werde. Auch mit seiner Haltung gegenüber der Parade hatte er leider recht: Die für Anfang Oktober geplante Belgrade Pride wurde von den serbischen Behörden im letzten Augenblick abgesagt.