30 Jahre Haft für David Katos Mörder

Am 26. Jänner ist der ugandische Schwulenaktivist David Kato ermordet worden – jetzt wurde sein Mörder zu dreißig Jahren Haft verurteilt.

Als Täter verhaftet wurde Sidney Nsubunga Enoch, der Fahrer Katos. Vor Gericht behauptete Nsubugua, dass Kato ihn zu „homosexuellen Kontakten“ aufgefordert hatte und er ihn deshalb vor dem Haus mit einem Hammer angegriffen habe. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) starb Kato auf dem Weg ins Krankenhaus. Beobachter befürchteten, dass diese Argumentation strafmildernd wirkt – schließlich ist Homosexualität in Uganda verboten, Lesben und Schwule werden auch in den Medien gehetzt.

Zunächst hatte die Polizei auch versucht, einen Zusammenhang mit Katos Homosexualität zu vertuschen. Sie behauptete zunächst, Nsubuga sei ein Dieb gewesen und die Tat stehe in keiner Verbindung zu Katos Arbeit als Verfechter der Rechte Homosexueller.

So wurde auch Kato selbst wenige Monate vor seinem Tod zur Zielscheibe einer Boulevardzeitung. In einem Artikel wurde der Aktivist der „Sexual Minorities Uganda“ mit Foto und Namen genannt, der Artikel rief dazu auf, ihn und andere Lesben und Schwule aufzuhängen, weil sie die Jugend zu Homosexualität verführten.

Homosexualität selbst ist in Uganda verboten. Parlamentarier wollen sogar, dass bestimmte Formen von schwulem Sex mit dem Tod bestraft werden. Der britische Premierminister David Cameron möchte die Entwicklungshilfe deshalb empfindlich kürzen.