„Frauen, die Auto fahren, fördern Homosexualität“

Wenn Frauen Auto fahren dürfen, gibt es mehr Prostitution und Homosexualität. Zu diesem Schluss kommt ein hoher saudi-arabischer Geistlicher in einem Gutachten.

Das arabische Land verbietet Frauen, mit dem Auto zu fahren. In einem Gutachten für den gesetzgebenden Shura-Rat erklärt Kamal Subhi, ehemaliger Professor der King Fahd University in Dhahrans, warum das so ist: „Frauen das Autofahren zu erlauben würde einen Anstieg von Prostitution, Pornografie, Homosexualität und Scheidungsraten provozieren“, erklärt er. Fahrende Frauen würden außerdem ihre Jungfräulichkeit verlieren, ist Subhi überzeugt. Er befürchtet, dass es würde in zehn Jahren keine Jungfrauen mehr geben würde, wenn man Frauen ans Steuer ließe.

Eine Frauenaktivistin aus Saudi-Arabien teilt diese Meinung naturgemäß nicht. Gegenüber der BBC bezeichnet sie das Gutachten als „total geisteskrank“.

Seit Monaten wird über das Frauenfahrverbot in Saudi-Arabien international debattiert. Derzeit werden Frauen ausgepeitscht, wenn sie Auto fahren. „Es ist ja gut und schön, dass Frauen in Saudi-Arabien ab 2015 wählen dürfen“, so Philip Luther von Amnesty International. „Aber was sind die Reformen von König Abdullah wert, wenn Frauen ausgepeitscht werden, wenn sie von ihrem Recht auf freie Bewegung Gebrauch machen?“

Die Rechte von Frauen in Saudi-Arabien sind sehr eingeschränkt. Sie brauchen die Erlaubnis ihres Ehemannes, wenn sie arbeiten oder verreisen wollen – und sogar vor einer medizinischen Operation.