40 Prozent weniger Verpartnerungen in der Steiermark

In der Steiermark haben sich im vergangenen Jahr um 40 Prozent weniger schwule und lesbische Paare das Ja-Wort gegeben als 2010. Das dürfte vor allem daran, dass im ersten Jahr sehr viele Paare eine Eingetragene Partnerschaft eingegangen sind, die sehr lange darauf gewartet haben.

So schlossen im Jahr 2011 nur mehr 43 gleichgeschlechtliche Paare in der Steiermark den Bund fürs Leben. Im Jahr zuvor waren es noch 74 gewesen. Für die Gleichbehandlungsbeauftragte des Landes Steiermark, Sabine Schulze-Bauer, ist das aber kein Zeichen für mangelndes Interesse: „Ich glaube schon, dass die Partnerschaften angenommen werden, wie man gedacht hat, allerdings ist mit einem Rückgang zu rechnen gewesen, weil das 2010 einfach das erste Mal möglich war, und da schon viele Paare darauf gewartet und das in Anspruch genommen haben“, erklärt sie dem ORF Steiermark.

Wie auch in anderen Bundesländern gibt es bei der Eingetragenen Partnerschaft in der Steiermark ein starkes Stadt-Land-Gefälle. 28 Verpartnerungen, und damit mehr als die Hälfte, wurden in Graz geschlossen. Auf Platz zwei liegt Bruck/Mur mit vier Verpartnerungen. Im Nachbarbezirk Leoben gab es übrigens keine einzige Verpartnerung, genauso wie in Fürstenfeld und Voitsberg.

Kritik übt Schulze-Bauer an den Möglichkeiten, eine Eingetragene Partnerschaft einzugehen. So fordert sie die Eintragung am Standesamt statt auf den Bezirkshauptmannschaften und kritisiert die Stadt Graz: Dort können homosexuelle Paare derzeit eine Verpartnerung in festlichem Rahmen nur freitags von 12.00 bis 14.00 Uhr und an einem Samstag im Monat durchführen.

Links zum Thema

  • homoehe.GGG.at: Alle Informationen über die Eingetragene Partnerschaft in Österreich