„Homosexualität ist und bleibt eine Krankheit“

Homosexualität ist eine Krankheit – und diese Meinung vertritt ausgerechnet Mohammed Larijani, seines Zeichens Leiter der iranischen Menschenrechtskommission, bei einem Treffen mit deutschen Parlamentariern in Teheran. Er wirft dem Westen vor, dem Iran eine „neue Sicht“ auf Homosexualität aufdrängen zu wollen. Das weise der Iran jedoch von sich – er richtet schwule Männer lieber hin.

Eindeutige Worte fand Larijani am Samstag bei seinem Treffen dem Vorsitzenden des deutschen Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Tom Koenigs von den Grünen: Homosexualität sei eine Krankheit, man sehe darin eine Sittenlosigkeit, die man nicht anerkennen könne.

Er kritisierte den Westen, weil die WHO im Mai 1990 Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen hat, und nun auch westliche Staaten in Ländern wie dem Iran Straffreiheit und Menschenrechte für Lesben und Schwule fordern. “Wieso sollen wir eine Krankheit als neues Lebensmodell anerkennen, statt unsere Kriterien bezüglich Homosexualität beizubehalten und dementsprechend zu handeln?”, so Larijani. In der Öffnung der Ehe sieht er „Sittenlosigkeit und eine sexuelle Krankheit“.

Homosexualität ist im Iran verboten – Präsident Mahmoud Achmadinejad behauptete vor zwei Jahren sogar, dass es im Iran gar keine Homosexuellen gebe. Auf gleichgeschlechtliche Akte stehen Strafen bis hin zur Todesstrafe.

So wurde erst im September 2011 bekannt, dass erneut drei Männer wegen homosexuellen Verhaltens hingerichtet worden sind. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass seit der Machtübernahme der Gotteskrieger im Jahr 1979 mehrere tausend Homosexuelle – unter ihnen auch unzählige Teenager – zum Tode verurteilt wurden. Um diese Hinrichtungen im Westen leichter zu rechtfertigen, werden zum Tode verurteilte Schwule gerne als Kinderschänder dargestellt – obwohl es dafür oft keine Beweise gibt.