Präsidentschafts-Vorwahlen: Eine Homo-Hasserin weniger

Wenn heute Abend der US-Bundesstaat New Hampshire seinen republikanischen Favoriten für die Präsidentenwahl im Herbst wählt, ist eine Kandidatin nicht mehr dabei: Nach ihrem katastrophalen Abschneiden bei den Vorwahlen in Iowa, wo sie nur fünf Prozent der Stimmen bekam, zog die erzkonservative Republikanerin Michele Bachmann ihre Kandidatur zurück. Ihr Mann, ein Psychologe, wurde beschuldigt, „Homo-Heilungen“ durchgeführt zu haben.

Gewonnen hat die Vorwahl in Iowa der als gemäßigt geltende Mitt Romney mit acht Stimmen Vorsprung gegen den erzkatholischen Konservativen Rick Santorum. In dem liberal geltenden New Hampshire gilt auch Romney als Favorit. Konservativen Republikanern gilt er allerdings als farblos. Deutlich ist allerdings seine Position bei Lesben- und Schwulenrechten: Während seiner Amtszeit als Gouverneur von Massachusetts hat ihm ein Gericht angeordnet, die Ehe für schwule und lesbische Paare zu öffnen. Dagegen kämpfte er mit allen Mitteln – unter anderem mit einem längst vergessenen Gesetz, das gegen interrassische Hochzeiten eingeführt worden war.

Trotzdem gilt Romney noch als schwulenfreundlichster Politiker im republikanischen Kandiatenfeld: Beim Kampf um konservative Wählerstimmen in Iowa kündigte Santorum bei einer Wahlversammlung an, bereits geschlossene Ehen von gleichgeschlechtlichen Paaren als Präsident zwangsannulieren zu lassen – mit Erfolg: in den Tagen nach dieser Ankündigung kletterte die Beliebtheit von Santorum vom Keller an die Spitze.