5.000 Homo-Ehen in Kanada ungültig?

Tausende in Kanada geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen könnten ungültig sein. Das berichtet das Blog QueerNews.at unter Berufung auf kanadische Medien. Betroffen könnten alle Ehen von Staatsbürgern sein, in deren Heimatland die Ehe nicht für Lesben und Schwule geöffnet ist.

Den Fall ins Rollen brachten eine US-Staatsbürgerin und eine Britin, die 2005 in Kanada geheiratet haben und sich nun scheiden lassen wollten. Dabei stellte sich das kanadische Justizministerium auf den Standpunkt, dass sich das Paar nicht scheiden lassen kann, weil es gar nicht verheiratet war. Die Ehe der beiden sei nicht gültig, weil sie auch in ihrer jeweiligen Heimat nicht heiraten könnten, so die Begründung.

Von den 15.000 gleichgeschlechtlichen Paaren, die seit der Öffnung der Ehe durch ein Gericht in Kanada geheiratet haben, dürften rund 5.000 aus den USA oder anderen Ländern stammen – ihre Ehen sind nun von dieser Rechtsauslegung bedroht.

Premierminister Harper erklärte, eine allgemeine Änderung der Politik in diesem Punkt sei nicht geplant. Die Anwältin der beiden Frauen will für die Legalität der Ehe ihrer Mandantinnen kämpfen. Sie bezeichnet es als „ungeheuerlich“, dass der Staat plötzlich eine bis dahin noch nie geäußerte Position vertritt.

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