Belgischer Abgeordneter beschimpft Regierungschef als Kinderschänder

Ein belgischer Parlamentsabgeordneter bezichtigt den offen schwulen Premierminister Elio di Rupo auf Twitter und Facebook der Pädophile.

Zunächst ärgert sich Laurent Louis, der eine eigene Kleinpartei gegründet hat, nachdem er aus der Volkspartei ausgeschlossen wurde, darüber, dass di Rupo dem kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila zu seiner Wiederwahl gratuliert habe. Dann folgt der erste Seitenhieb: „Das ist ja kein Wunder bei einem Premierminister, der einiges zu verbergen hat, und der in seinem Privatleben einen äusserst zweifelhaften Ruf genießt.“

In den nächsten Tweets wird er deutlicher: „Jeder kennt den Geschmack unseres Premierministers“. Ein junger Mann aus seinem Bekanntenkreis habe bei einer schwulen Veranstaltung die Vorliebe von di Rupo für deutlich jüngere Männer selbst gesehen, behauptet Louis weiter. In einem seiner nächsten Tweets unterstellt der Abgeordnete dem Premierminister Pädophile: „Unter 18 Jahren ist das nicht mehr Homosexualität“, schreibt Louis.

Mit dieser Hasstirade dürfte der Abgeordnete, der auch rechtsextreme Positionen vertritt, den Bogen überspannt haben: Der Präsident der Abgeordnetenkammer, André Flahau, stellte fest, Louis habe die Grenze des Respekts überschritten, den Menschen einander schulden. Elio di Rupo selbst reagiert nicht auf die Anschuldigungen. Es ist aber nicht das erste Mal, dass er mit solchen Vorwürfen zu kämpfen hat:1996 während der Dutroux-Affäre warfen ihn rechtsextreme Politiker ihn in einen Topf mit Kinderschändern, weil er zugegeben hatte, die Dienste von Strichern in Anspruch genommen zu haben.

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