Sizilianischer Bischof für Eingetragene Partnerschaft

Der Bischof der sizilianischen Diözese Ragusa, Paolo Urso, ist für die Einführung Eingetragener Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare in Italien. Das meldet das konservative Nachrichtenportal kath.net.

In einem Interview mit der italienischen Internetseite „quotidiano.net“ sagte Urso, wenn sich zwei Menschen gleichen Geschlechts für ein Zusammenleben entscheiden, sei es „wichtig, dass der Staat diese Tatsache anerkennt“. Ein weltlicher Staat wie Italien könne gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften nicht ignorieren. Der Staat müsse Rechte und Pflichten der Partner festlegen.

Urso räumte aber ein, dass dies nichts an der moralischen Bewertung gleichgeschlechtlicher Lebensformen durch die Kirche ändere. Diese dürften auf keinen Fall als Ehe bezeichnet werden, so der sizilianische Bischof. Allerdings blieben die Türen der Kirche auch für Lesben und Schwule geöffnet. Man dürfe die Sünde nicht mit dem Sünder verwechseln, so Urso.

Italien ist das letzte Land Westeuropas, in dem es für gleichgeschlechtliche Paare keine Möglichkeit gibt, ihre Beziehung zu registrieren. Ein entsprechendes Gesetz, das der damalige Ministerpräsident Romano Prodi 2007 vorgelegt hat, kam wegen des Zusammenbruchs seiner Mitte-Links-Regierung nicht zur Abstimmung. Prodis Nachfolger Silvio Berlusconi ließ das Gesetz wieder in der Schublade verschwinden. Sehr zur Freude der römisch-katholischen Kirche, die sich gegen das Gesetz ausgesprochen hatte.