[Videos] Erneut Selbstmord von jungem Schwulen in den USA

Erneut erschüttert der Selbstmord eines jungen Schwulen die Community in den USA: Am Mittwoch hat der erst 19-jährige Eric James Borges seinem Leben ein Ende gesetzt. Besonders tragisch: Er war aktiv in einer Organisation, die Jugendliche davor bewahren soll, sich nach einem Coming Out umzubringen.

Freunde berichten, Grund für den Suizid war ein „traumatisches Coming-Out-Erlebnis. In einem Video, das er vor einem Monat für die US-Kampagne „It Gets Better“ aufgenommen hat, erzählte Borges, dass er “in einem extremistischen christlichen Haushalt aufgewachsen” sei. Seine Familie habe seine Homosexualität „abstoßend“ gefunden und ihn nach seinem Coming-Out im Oktober 2011 aus dem Haus geschmissen. Außerdem führte seine Mutter an ihm einen Exorzismus durch, um ihn von der „Krankheit“ Homosexualität zu heilen. In der High School, erzählt Borges weiter, wurde er wegen seiner Homosexualität körperlich angegriffen und gehänselt. Daraufhin schmiss er die Schule.

Auch sonst engagierte sich Eric James Borges für Jugendliche, denen es ähnlich ging: So arbeitete er unter anderem als ehrenamtlicher Mitarbeiter im „Trevor Project“ mit, einer Organisation, die unter anderem auch eine 24-Stunden-Hotline betreibt, um Selbstmorde von jungen Lesben und Schwulen zu verhindern. „Er war ein Freiwilliger, der über die Verhinderung von Selbstmorden referiert hat“, erinnert sich Laura McGuinnis, Sprecherin des „Trevor Project“. Dort ist man über den Tod des jungen Mannes bestürzt: „Unsere Herzen sind bei seiner Familie und seinen Freunden sowie seiner Community. Unser Hauptanliegen ist im Moment, dass die, die von seinem Tod betroffen sind, Unterstützung spüren und diese erhalten, die sie benötigen”, heißt es in einer Mitteilung.

Als Filmemacher hat er sich auch in einem Kurzfilm verfasst. In „Invisible Creatures“ stellt er ein heterosexuelles und ein homosexuelles Paar gegenüber, um zu zeigen, dass sie ihre Zuneigung ganz ähnlich zeigen. Borges selbst schreibt über seinen Film: „Er hat die Kraft, die Schwelle von allen Vorurteilen, allen Ungerechtigkeiten zu dezimieren. Menschliche Beziehungen, und diejenigen, die in unser Leben kommen, haben die Fähigkeit, letztlich zu gestalten, wer wir sind. Es ist wichtig, einander zu lieben, wie jeder von uns dies wirklich verdient.”