Ungültige Homo-Ehen: Kanada lenkt ein

Für Aufregung sorgte letzte Woche eine Stellungnahme der kanadischen Regierung, dass gleichgeschlechtliche Ehen von Ausländern, die in Kanada geschlossen wurden, nicht gültig sind, wenn die Ehe im Heimatland der Partner noch nicht geöffnet wurde. Bis zu 5.000 Ehen könnten davon betroffen sein. Jetzt versucht die Regierung zu beruhigen.

So erklärte Justizminister Rob Nicholson, dass die Ehen sehr wohl in Kanada anerkannt werden würden – was andere Länder betrifft, gesteht er eine „legislative Lücke“ ein. Den Fall ins Rollen brachte ein lesbisches Paar aus Großbritannien und den USA, das ihre in Kanada geschlossene Ehe scheiden lassen wollte – und von einem Amt erfuhr, dass das nicht ging, weil sie streng genommen nie verheiratet waren. Denn das kanadische Scheidungsrecht verlangt, dass Scheidungswillige eine gültige Ehe in ihrem Heimatland vorweisen und ein Jahr in Kanada gelebt haben müssen, um dort geschieden werden zu können.

„Wir ändern das Eherecht so, dass Ehen, die in Kanada geschlossen wurden, auch dann in Kanada anerkannt werden, wenn sie im Heimatland des Paares nicht anerkannt werden“, so Nicholson: „Das würde dann natürlich für alle Ehen gelten, die in Kanada geschlossen wurden“. An der Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule werde nicht gerüttelt: „Ich möchte es sehr deutlich machen, dass unsere Regierung nicht vorhat, die Diskussion über die Definition der Ehe neu zu starten. Der Premierminister und ich sehen diese Debatte als beendet“, macht Nicholson klar.

Kanadische Lesben- und Schwulenorganisationen begrüßen das Vorhaben der Regierung, klare Verhältnisse schaffen zu wollen – auch wenn sie die nun aufgetauchte Rechtsmeinung nicht teilen: „Kein Gericht hat diese Sichtweise bestätigt und es gibt keinen Grund zu glauben, dass kanadische Gerichte oder das Parlament diese Position teilen würden, die in den letzten acht Jahren, seit gleichgeschlechtliche Paare die Freiheit haben, in Kanada zu heiraten, nicht aufgetaucht ist“, heißt es in einer Stellungnahme.

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