Kanadische Forscher entwickeln HIV-Heimtest

Ein Speicheltest für den Heimgebrauch soll den HI-Virus genauso zuverlässig nachweisen können wie die bisher üblichen Bluttests.

Forscher der McGill-Universität in Montreal haben nun „OraQuick HIV 1/2“ präsentiert, einen Test, der HIV-Antikörper mit einer Sicherheit von 97 bis 99 Prozent nachweisen kann. Ein Ergebnis liefert er innerhalb von 20 Minuten.

„Tests sind das Fundament von Vorbeugung und Behandlung“, sagt Studienleiter Nikita Pant Pai. „Auch, wenn vorhergegangene Studien gezeigt haben, dass HIV-Tests auf Speichelbasis vielversprechend sind, ist unser Test der erste, de sein Potential auf einer globalen Ebene zeigen kann“, ist er von den Ergebnissen überzeugt.

„OraQuick HIV 1/2“ soll vor allem bei Selbsttests helfen. „Leute dazu zu bringen, dass sie sich in öffentlichen Krankenhäusern auf HIV testen lassen, ist schwierig, weil man sie sieht, stigmatisiert, es keine Privatsphäre gibt und sie diskriminiert werden“, so Pai. Er ist überzeugt, dass ein Selbsttest die Stigmatisierung eines HIV-Tests beenden würde. Die Studienergebnisse wurden in der Zeitschrift „Lancet Infectious Diseases“ veröffentlicht.

Psychologen und Experten der Aids-Hilfen sehen das differenzierter: Eine positive Diagnose ohne fachliche Betreuung zu bekommen, könnte für die Betroffenen fatale Folgen haben – bis hin zu einem Selbstmord im Affekt. Auch sei nicht garantiert, dass sich jemand, der sich zu Hause getestet hat, auch wirklich behandeln lässt.

Nichts zu tun hat der nun vorgestellte Test mit jenen Heimtests, die auch in Österreich vor allem über das Internet betrieben werden. Für diese Blut- oder Urintests hat das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG/AGES PharmMed) bereits mehrere Sicherheitswarnung veröffentlicht. Diese Tests können eine HIV-Infektion nicht mit der geforderten Verlässlichkeit nachweisen oder ausschließen.