Sächsische Protestanten streiten um Homo-Partner im Pfarrhaus

Sachsen Protestanten streitet weiter, ob die Partner homosexueller Pfarrer im Pfarrhaus leben dürfen oder nicht. Vor einer Woche hatte die Kirchenleitung beschlossen, homosexuellen Pfarrern ein Leben mit ihren Partnern im Pfarrhaus zu gestatten – wenn der Kirchenvorstand dem einstimmig zustimmt.

Für viele liberale Gläubige geht diese Regelung nicht weit genug. Immerhin wäre der Pfarrer dann vom Kirchenvorstand stärker abhängig, als es im lieb wäre – eine einzige Gegenstimme, auch nachträglich, würde reichen, um das homosexuelle Glück zu vermiesen.

Konservativen Pastoren ist die Regelung aber jetzt schon zu liberal. „Es ist unser spezieller Auftrag, das Leitbild von Ehe und Familie zu leben, das ist uns vorgegeben von Gott“, sagt der Markersbacher Pfarrer Gaston Nogrady. Nach seiner Pfarre ist die „Markersbacher Erklärung“ benannt – eine Aufforderung an Kirchenleitung und Synode, an einer Festlegung aus dem Jahr 2001 festzuhalten, dass „eine homosexuelle Beziehung nicht im Pfarrhaus gelebt“ wird. Keinesfalls gehe es um eine Diskriminierung von Lesben und Schwulen, betont Nogrady.

Dass der Kirchenvorstand zustimmen muss, ist für Landesbischof Jochen Böhl ein „weiser Beschluss“: „Er nimmt eine Öffnung vor, respektiert aber auch die Bedenken.“

Jan Mücke, FDP-Bundestagsabgeordneter aus Dresden, sieht das anders. Er nennt den Beschluss „überaus peinlich“: „Niemand käme bei einem heterosexuellen Paar auf die Idee, den Einzug ins Pfarrhaus nur ausnahmsweise und nur bei einstimmiger Zustimmung des Kirchenvorstands vorzuschreiben“, ärgert er sich.