Australien ermöglicht seinen Bürgern Homo-Ehe

Seit heute stellen die australischen Behörden auch jenen Bürgern ein Ehefähigkeitszeugnis aus, die gleichgeschlechtlich heiraten wollen. Bis jetzt wurde dieses Dokument, das man für eine Heirat im Ausland braucht, nur ausgestellt, wenn es um eine heterosexuelle Ehe geht.

Mit einem Ehefähigkeitszeugnis bestätigen die Behörden des Heimatlandes, dass die Betroffene Person unverheiratet ist. Die meisten Länder verlangen ein solches Zeugnis, wenn ausländische Staatsbürger heiraten oder eine Eingetragene Partnerschaft eingehen wollen. Da die australische Regierung dieses Dokument bislang bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften nicht ausgestellt hat, konnten australische Schwule und Lesben auch dann nicht heiraten, wenn sie in einem Land lebten, dass die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet hat.

In Australien selbst können Lesben und Schwule nicht heiraten. Dies wird sich auch in absehbarer Zeit nicht ändern. Zwar hat Premierministerin Julia Gillard von der Labor Party ihren Widerstand aufgegeben, möchte bei einer Abstimmung den Fraktionszwang aber aufheben. Da die Opposition aber gegen eine Ehe-Öffnung ist, scheint eine parlamentarische Mehrheit dafür in weiter Ferne.

Dabei ist die Bevölkerung offenbar fortschrittlicher als die Politik: Einer Umfrage aus dem Jahr 2010 zufolge unterstützen 62 Prozent der Australier die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule.

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