Moskauer Aktivisten bei Protest auf Flughafen verhaftet

Am Moskauer Flughafen Sheremetyevo haben heute vier schwul-lesbische Aktivisten gegen die staatliche Fluglinie Aeroflot demonstriert. Diese soll ihren offen schwulen Flugbegleiter Maxim Kuprejew zu einer Ehe gezwungen haben, nachdem er eine schwul-lesbische Gruppe innerhalb der Aeroflot gründen wollte.

In einem Artikel der russischen Boulevardzeitung „MK“ rechtfertigte sich Aeroflot heute, keine schwul-lesbische Gruppe zu brauchen, weil es im Unternehmen keine schwulen oder lesbischen Angestellten gebe.

Die Demonstranten haben am Ende der Rollbahn ein 20 mal 10 Meter großes Transparent enthüllt – das größte, das es jemals bei einer schwul-lesbischen Demonstration in Russland gegeben hat. Auf dem Transparent, das alle Passagiere von landenden Flugzeugen gut sehen konnten, forderten sie gleiche Rechte für schwul-lesbische Aeroflot-Angestellte.

Danach protestierten die Aktivisten im Flughafenterminal weiter. Sie riefen zu einem Boykott auf: Nicht nur von Aeroflot, sondern auch der SkyTeam-Partner Air France, KLM und Delta. Weiters forderten sie die SkyTeam-Partner auf, sich von der Aktion der Aeroflot, Kuprejew unter Druck zu setzen, zu distanzieren.

Der Tag des Protests war kein Zufall: Heute feiert die Aeroflot ihren 89. Geburtstag. Im Gegensatz zu Aktionen in der Moskauer Innenstadt waren die vier Aktivisten, unter ihnen Gay-Pride-Organisator Nikolai Alexejew, für russische Verhältnisse recht erfolgreich. Wie Alexejew twitterte, konnten sie etwa 15 Minuten lang im Terminal demonstrieren, bevor sie von der Polizei verhaftet wurden. Während der Aktion wurden sie von lächelnden Passagieren fotografiert und gefilmt. Wie Alexejew um 16.15 twitterte, werden die vier Aktivisten nun wegen Abhaltung einer unangemeldeten Demonstration angezeigt.

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