CNN suspendiert Anchor für homophobe Tweets

Wegen eines schwulenfeindlichen Kommentars hat der Nachrichtensender CNN einen seiner Moderatoren mit sofortiger Wirkung suspendiert.

Der 43-jährige Roland Martin twitterte während des H&M-Werbespots mit David Beckham bei der Super Bowl: „Wenn ein Kerl bei deiner Super Bowl Party bei David Beckham’s H&M Unterwäschewerbung ausflippt, prügel‘ ihm das raus“. Einige Stunden vorher hat sich Martin über einen Spieler der New England Patriots lustig gemacht, der im pinken Trainingsanzug zu sehen war: „Er braucht einen Besuch von #TeamVersohlDenArsch“ twitterte er.

Zahlreiche Lesben- und Schwulenverbände forderten daraufhin von CNN, Roland Martin zu feuern. Dessen Verteidigung wirkt etwas unglaubhaft: Er habe sich nur über Fußball lustig gemacht, twitterte er. Auf seiner Website entschuldigte er sich: „An diejenigen, die meinen Kommentar als antischwul oder homophob interpretiert haben oder als Aufforderung zur Gewalt: Es tut mir echt leid. Ich kann verstehen, warum jemand das missversteht.“

Anlässe zum Missverständnis liefert Martin, der einen Universitäts-Abschluss in „christlicher Kommunikation“ hat, allerdings selbst. An einer anderen Stelle seiner Homepage ist zu lesen, dass seine Ehefrau, eine Pfarrerin, „vielen Männern und Frauen geholfen hat, dem homosexuellen Lebensstil zu entrinnen“.

CNN zog die Notbremse. In einer Stellungnahme des Senders heißt es: „Roland Martins Tweets waren bedauerlich und beleidigend. Eine Sprache, die andere Menschen entwertet, ist mit den Werten und der Kultur unserer Organisation nicht vereinbar und wird nicht toleriert. Wir haben diesen Fall sorgfältig abgewogen und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass Roland vorerst bei uns nicht mehr on air zu sehen ist.“