Libyscher UNO-Diplomat kritisiert Homo-Schutz

Für Freiheit und Menschenrechte kämpften und kämpfen die Menschen im „Arabischen Frühling“. Doch Lesben und Schwule dürften davon ausgenommen sein. Das machte jetzt die neue libysche Regierung vor den Vereinten Nationen deutlich. Wie die Menschenrechtsorganisation „UN Watch“ berichtet, soll der libysche Delegierte bei seinem ersten Auftritt im UNO-Menschenrechtsrates die Politik der Vereinten Nationen gegenüber Lesben und Schwulen heftig kritisiert.

So beschäftigt sich das Gremium am 7. März mit Diskrimierung und Gewalt aufgrund der sexuellen Orientierung. Dass sich die Diplomaten über solche Themen beraten müssen, ärgert den Gesandten. Denn schwul-lesbische Themen „beeinträchtigen die Religion und das Weiterbestehen und die Fortpflanzung der menschlichen Rasse“, so der Gesandte.

Besonders stört ihn dabei eine Resolution, die der Menschenrechtsrat im Juni 2011 mit 23 zu 19 Stimmen angenommen hatte. Mit dieser Resolution wurde zum ersten Mal die Diskriminierung von Lesben und Schwulen in aller Welt kritisiert. Während die USA, die Staaten der EU und Lateinamerikas die Resolution angenommen hatten, stellten sich afrikanische und arabische Mitglieder quer. Der lybische Delegierte machte klar, er hätte gegen die Resolution gestimmt.

Für diese Aussagen wurde der libysche Diplomat gerügt. Dupuy Lasserre, aus Uruguay stammende Präsidentin des Menschenrechtsrates, erklärte, der Rat sei da, „um Menschenrechte zu bekämpfen und Diskriminierung zu verhindern.“

Wegen der Menschenrechtsverletzungen des Gaddafi-Regimes wurde Libyen im März 2011 vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen ausgeschlossen. Erst die neue Regierung wurde im November wieder aufgenommen. Homosexualität bleibt in dem arabischen Staat aber weiter verboten und wird mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft.