Sarkozy gegen Ehe-Öffnung und Eingetragene Partnerschaften

Neben der Rettung der Euro-Zone bemüht sich der französische Präsident Nicolas Sarkozy noch um seine eigene Wiederwahl am 22. April – auf Kosten von Lesben und Schwulen. Während sich sein sozialistischer Herausforderer François Hollande für eine Öffnung der Ehe ausspricht, möchte Sarkozy gleichgeschlechtlichen Paaren die Zivilehe im Mutterland von Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit verwehren.

„In diesen unruhigen Zeiten braucht unsere Gesellschaft Bezugspunkte. Ich denke nicht, dass wir das Bild der Ehe als wichtige gesellschaftliche Institution verwischen sollten“, so Sarkozy in einem Interview mit der regierungsfreundlichen Tageszeitung „Le Figaro“. Eine Öffnung der Ehe wäre auch ein erster Schritt, Lesben und Schwulen die Adoption zu ermöglichen -und das lehnt der amtierende Präsident der französischen Republik ebenfalls ab. Sogar gegen Eingetragene Partnerschaften ist er, da es verfassungswidrig wäre, diese nur Homosexuellen anzubieten. Außerdem würden sie die Ehe „untergraben“.

Derzeit haben schwule und lesbische Paare in Frankreich nur die Möglichkeit, einen Zivilpakt (PACS) einzugehen. Dieser 1999 eingeführte Pakt enthält viele Rechte der Ehe und steht auch Heterosexuellen offen. Da er leichter als eine Ehe wieder aufgelöst werden kann, sind mittlerweile mehr als 90 Prozent der Paare, die einen PACS eingehen, heterosexuell.