Eingetragene Partnerschaften: ‚Rückgang zu erwarten‘

Dass die Zahl der neu Eingetragenen Partnerschaften (EP) in Österreich im letzten Jahr um gut ein Drittel zurückgegangen ist, überrascht Vertreter der Community nicht.

„2011 war mit einem Rückgang der EPs zu rechnen, weil ja viele Menschen schon lange auf die Möglichkeit der Verpartnerung gewartet haben und sich gleich 2010 verpartnerten. In der Beratung und von Mitgliedern erfahren wir häufiger, dass sie eine eingetragene Partnerschaft eingehen würden, aber wegen der anhaltenden rechtlichen Ungleichstellung davon absehen. Darunter zählt auch die unbefriedigende Rechtslage bei der Stiefkindadoption.” erklärt Gernot Marx, stellvertretender Obmann der HOSI Salzburg.

Ähnlich sieht das auch Christian Högl, Obmann der HOSI Wien. „Eigentlich hatten wir sogar mit einem stärkeren Rückgang als knapp 39 % für 2011 gerechnet, da 2010, im ersten Jahr der gesetzlichen Möglichkeit, eine Eingetragene Partnerschaft einzugehen, erwartungsgemäß sehr viele Paare davon Gebrauch machten, die schon lange darauf gewartet hatten. Nach dem Abbau dieses ‚Rückstaus‘ wird die Zahl der jährlichen Verpartnerungen in Österreich heuer wohl noch weiter sinken und sich dann bei rund 300 einpendeln.“

Dass die Anzahl der Verpartnerungen nicht höher ist, liegt für Högl daran, „dass das gesellschaftliche Klima insgesamt noch nicht so offen ist“ und deshalb eine Verpartnerung als offizielles Statement nicht von jedem gewünscht wird.

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