[Video] Hollywoods Top-Stars für Ehe-Öffnung

Es war ein echter Starauflauf, der Samstag Abend im ausverkauften Wilshire Ebell Theatre in Los Angeles zu sehen war. Grund dafür war aber keine Preisverleihung, sondern der Kampf um die Rechte von Schwulen und Lesben – im konkreten Fall das Recht auf Ehe.

Denn aufgeführt wurde „8“, ein Stück über das gerichtliche Tauziehen um die Ehe-Öffnung in Kalifornien, die nach einem Wähler-Referendum im Jahr 2008 verboten wurde. Geschrieben wurde das Stück von Dustin Lance Black, der für sein Drehbuch für „Milk“ einen Oscar gewonnen hatte. Regie führte Rob Reiner, in Hollywood seit „Harry und Sally“ ein ganz großer. „Wir wollen, dass so viele Leute wie möglich sehen, was innerhalb des Gerichtssaales passiert ist“, erklärt Reiner. Das Stück wurde online auch auf YouTube übertragen – dort sahen es bereits über 200.000 User.

Die Premiere an der Westküste steht um nichts der Erstaufführung in New York nach: Im September 2011 standen Schauspielgrößen wie Morgan Freeman, Ellen Barkin oder John Lithgow auf der Bühne von „8“. Für die Aufführung in Los Angeles hat Black das Stück umgeschrieben: „Nach der Version in New York hatte ich das Gefühl, dass ich mehr über die Kläger wissen wollte, mehr über ihre persönlichen Geschichten“.

Und in diesen Geschichten brillierten einige der schillerndsten Diamanten Hollywoods: Da war Brad Pitt als Richter Vaughn R. Walker, der „Proposition 8“ als erster für verfassungswidrig erklärte. George Clooney spielte den Anwalt David Boies, der sich für die gleichgeschlechtlichen Paare stark macht. Theodore B. Olsen, den zweiten Anwalt der Ehe-Befürworter, spielt Charlie Sheens Bruder Martin. Dieser erklärt in dem Stück: „In diesem Fall geht es um Ehe und Gleichberechtigung. Darum, dass Zehntausenden in diesem Staat das fundamentale Recht zu heiraten entzogen wird und sie in eine spezielle zweitrangige Kategorie abgeschoben werden, in der ihre Beziehung keine Gültigkeit hat“. Ihre Gegenspielerin verkörperte die offen lesbische Jane Lynch, bekannt aus „Glee“ und „Two and a Half Men“.

Auf sein Engagement für die Ehe-Öffnung angesprochen, meint Clooney in einem Interview mit dem Lesben- und Schwulenmagazin „The Advocate“: „Ich dachte, wir sollten mal wieder ein Thema beleuchten, über das wir in nicht allzu ferner Zukunft lachen“. Bald werde die Gesellschaft auf die Frage zurückblicken und es peinlich finden. Ob es um Schwarze, Frauen oder jetzt um Homosexuelle gegangen sei: „Immer, wenn wir gegen Gleichberechtigung waren, lagen wir falsch. Den Leuten wird es bald peinlich sein, auf der falschen Seite gewesen zu sein.“

Das Stück macht auf die täglichen Schwierigkeiten aufmerksam, gegen die Schwule und Lesben heute kämpfen müssen. Für einen besonders berührenden Moment sorgte „Glee“-Darsteller Chris Colfer. Er spielt in „8“ einen Teenager und berichtete von seinen Erfahrungen in einem Umerziehungscamp und den Reaktionen seiner Eltern auf die Enthüllung, dass er schwul sei.

Jamie Lee Curtis und Christine Lahti spielten ein lesbisches Paar mit zwei Söhnen, und erzählten von den Schwierigkeiten, die sie haben, weil sie unverheiratet sind: „Jeden Tag muss ich mit Worten jonglieren“, sagte Lahti. In weiteren Rollen stellten sich unter anderem „Star Trek“-Legende George Takei, Kevin Bacon, „White Collar“-Star Matt Bomer oder Jesse Tyler Ferguson, bekannt aus „Modern Family“, in den Dienst der guten Sache. Im Publikum waren auch die Kläger gegen Proposition 8, die auf der Bühne von den Star-Schauspielern dargestellt wurden.

„Ich sollte mich nicht dafür schämen müssen“, erklärte „Glee“-Star Matthew Morrison zum Schluss des Stückes. Es gab Ovationen und minutenlangen Applaus. Das Stück soll mit örtlichen Schauspielern in den gesamten USA auf Collegebühnen aufgeführt werden.

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