Junger Chilene von Neonazis ins Koma geprügelt

In der chilenischen Hauptstadt Santiago wurde ein junger Schwuler von Neonazis so brutal angegriffen, dass er nun im künstlichen Tiefschlaf liegt. Jetzt solidarisieren sich Politiker des südamerikanischen Landes mit dem Opfer – und unterstützen ein strengeres Anti-Diskriminierungsgesetz.

Was genau mit Daniel Zamudio passiert ist, ist unklar. Aber der Zustand des 24-Jährigen spricht Bände: Als er gefunden wurde, hatte er ein Hakenkreuz auf die Brust geritzt, die Ärzte stellten mehrere schwere Schädelverletzungen fest. Auch das rechte Bein ist gebrochen. Er wird nun künstlich beatmet und wurde in ein künstliches Koma versetzt. Die Ärzte sagen, er schwebt nicht mehr in Lebensgefahr.

Seine Eltern erinnern sich, es ist nicht das erste Mal, dass Daniel von Neonazis angegriffen wurde, weil er schwul ist. Lesben- und Schwulenaktivisten bestätigen das: „Es war kein einmaliges Ereignis, Gewalt von Neonazi-Gruppen passiert immer wieder“, sat Rolando Jimenez von der Aktivisten-Gruppe Movilh der BBC. Sie haben jetzt einen öffentlichen Aufruf gestartet: Gesucht werden Zeugen des Angriffs auf Daniel.

Auch auf politischer Ebene bleibt der Angriff auf den 24-Jährigen nicht ohne Folgen: Innenminister Rodrigo Hinzpeter möchte ein geplantes Antidiskriminierungsgesetz nun schneller vorantreiben. Und er tritt auch dafür ein, dass Hass-Verbrechen in Chile strenger bestraft werden.

Doch ob die brutale Attacke auf Daniel Zamudio überhaupt als solches eingestuft würde, ist fraglich. Der Staatsanwalt ist sich nicht sicher, ob wirklich Neonazis die Täter waren. Aber es wäre möglich. Dafür sprächen, so die Staatsanwaltschaft, das Opfer, vergangene Vorfälle – und das Hakenkreuz auf Daniels Brust.