US-Bischöfe sehen durch Homo-Ehe Religionsfreiheit gefährdet

Weil einige US-Bundesstaaten die Ehe für Lesben und Schwule geöffnet haben, ist für einige US-amerikanische Bischöfe der römisch-katholischen Kirche die Religionsfreiheit in den Vereinigten Staaten gefährdet.

Die Religionsfreiheit reduziere sich in den USA immer mehr auf eine „sehr begrenzte Kultfreiheit“, kritisierte der Erzbischof von Saint Paul und Minneapolis, John Clayton Nienstedt, in einem Interview mit der Vatikan-Zeitung „Osservatore Romano“.

Als Beispiel dafür nannte Nienstedt die Diskussionen um Definition der Ehe. Dort, wo auch schwule und lesbische Paare heiraten können, fordert der Gesetzgeber auch von kirchlichen Adoptionsvermittlungen, Kinder an homosexuelle Paare zu vermitteln. Dieses Problem habe bereits zur Schließung einiger katholischer Adoptionsagenturen geführt, die sich geweigert hatten, das zu tun, so der Erzbischof.

Deshalb unterstützen die US-Bischöfe auch eine Kampagne zum „Schutz der traditionellen Ehe“. Dabei berufen sie sich auf den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung. Dieses 1791 verabschiedete „First Amendment“ verbietet dem Kongress, Gesetze zu verabschieden, die die Meinungs-, Religions-, Presse- oder die Versammlungsfreiheit sowie das Petitionsrecht einschränken. Außerdem verbietet der Artikel die Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Religionen durch Bundesgesetze.

Unterstützung bekommen sie dabei von Papst Benedikt XVI. Er sagte in einem Gespräch mit den US-Bischöfen: „Ehe und Familie sind Institutionen, die beworben und verteidigt werden müssen vor jeder möglichen Falschinterpretation ihrer wahren Natur.“ Die Kirche widerstehe dem Druck, „die legale Definition von Ehe zu ändern“ und „verteidigt die Ehe als eine natürliche Einrichtung, die aus zwei Personen unterschiedlichen Geschlechts besteht und offen für die Weitergabe des Lebens ist“, so der Papst weiter.