Sex auf Schwulenkreuzfahrt: Zwei Männer in Karibik verurteilt

Dass die Veranstalter einer schwulen Kreuzfahrt mit ihrem Schiff offenbar auch in schwulenfeindlichen Gegenden anlegen, ist zwei Passagieren zum Verhängnis geworden. Die Polizei von Dominica, einer kleinen unabhängigen Insel in der östlichen Karibik, hat zwei Männer noch an Bord einer Gay Cruise festgenommen. Sie wurden zu einer Geldstrafe verurteilt.

Zunächst wurde dem 41- und 43-jährigen Mann Unzucht vorgeworfen. Ein Polizeibeamter sagte, die beiden Männer wurden beobachtet, als sie Sex auf dem Kreuzfahrtschiff hatten. Nach einem seit 1988 geltenden Gesetz kann Analsex mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden.

Anschließend wurde die Anklage aber auf öffentliche Entblößung reduziert. Eine Anklage wegen homosexueller Handlungen dauere zu lange, sagte der Polizeichef Cyrille Carrette gegenüber „Dominica News“. Während es ursprünglich hieß, dass sie erst morgen dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden sollten, berichtet „Dominica News“ jetzt, dass sie bereits heute zu einer Geldstrafe von ca. 890 US-Dollar pro Person verurteilt wurden. Sollten sie nicht in der Lage sein, die Strafe sofort zu bezahlen, drohen ihnen zwei Monate Haft. Die beiden Männer befinden sich derzeit auf der Hauptstadt Roseau in Polizeigewahrsam. Das Schiff hat die Reise ohne die beiden Männer fortgesetzt.

Der Veranstalter, die auf Gay Cruises spezialisierte Firma „Atlantic Cruise“ ist sich keiner Schuld bewusst. Firmenchef Rich Campbell, der sich ebenfalls auf dem Schiff befindet, erklärte, dass die Kreuzfahrten schon öfter in Dominica Halt gemacht hätten und man immer „glücklich zurückgekommen“ sei. „Viele Länder und Städte, die schwule Männer besuchen und in denen sie leben, haben antiquierte Gesetze. Das beeinträchtigt uns nicht, wenn wir einen touristischen Besuch planen“.

Campbell spielt den Vorfall herunter: „Die Taten der Gäste waren unglücklich aber in diesem Fall minderschwer, und sie haben auf den Gesamteindruck unserer Gäste keine Auswirkungen“.

Schwule Karibik-Kreuzfahrten sind übrigens in einigen Staaten, in denen die Schiffe anlegen, umstritten. So haben die Cayman-Inseln im Jahr 2010 dem Druck religiöser Gruppen nachgegeben und einer schwulen Kreuzfahrt die Einfahrt in den Hafen verwehrt – obwohl Homosexualität auf der Insel legal ist. In einigen Ländern wie Jamaika oder Grenada machen schwule Kreuzfahrten aufgrund der strengen Gesetze und der Einstellung der Bevölkerung keine Zwischenstopps. Die US-Jungfraueninseln heißen schwule Kreuzfahrt-Touristen allerdings herzlich Willkommen.

Es ist nicht der erste Vorfall auf einer Kreuzfahrt von „Atlatic Cruise“ in diesem Jahr: Anfang Februar stürzte ein 30-jähriger Ire auf offener See vom Schiff. Er begang vermutlich Selbstmord.