Albanischer Premierminister unterstützt Homo-Rechte

Deutliche Worte hat der albanische Premierminister Sali Berisha für die homophoben Äußerungen des stellvertretenden Verteidigungsministers Ekrem Spahiu gefunden.

Anlässlich der Bekanntgabe der ersten Lesben- und Schwulenparade in der albanischen Hauptstadt Tirana hat Spahiu gemeint, die Teilnehmer sollten „mit einem Gummiknüppel verprügelt“ werden.

Für Berisha sind diese Aussagen einfach „inakzeptabel“. Er macht bei einer Parlamentssitzung klar: „Verschiedene sexuelle Orientierungen gibt es seit dem Altertum, und es gibt sie unabhängig von religiösen Meinungen.“ Die Hauptstadt Tirana sei „eine Stadt der Toleranz, das Land ist ein Land der Freiheit – das ist unser Ziel“, so Berisha weiter.

Auch der Ombudsmann für Menschenrechte, Igli Totozani, hat Spahiu aufgefordert, sich für seine Kommentare zu entschuldigen. Er fügte hinzu, dass er stolz wäre „der erste zu sein, der von den Gummiknüppeln getroffen wird“.

Die Gefolgsleute von Spahiu, der Vorsitzender einer kleinen monarchistischen Partei ist, lassen sich davon bis jetzt noch nicht beeindrucken. Sie haben in einer Aussendung Homosexualität als „Laster, Unglück und Fluch“ bezeichnet.

Die schwul-lesbische Bewegung Albaniens veranstaltet am 17. Mai die erste Parade durch die Hauptstadt Tirana. Dieser Tag ist der internationale Tag gegen Homophobie.

Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender sind in Albanien durch ein umfassendes Antidiskriminierungsgesetz geschützt. Trotz einer Ankündigung von Präsident Berisha aus dem Jahr 2009 gibt es keine Eingetragenen Partnerschaften oder Öffnung der Ehe.