Neue Gewaltdrohungen gegen Parade in Split

Auch im kroatischen Split soll am 9. Juni eine Lesben- und Schwulenparade stattfinden. Auf Facebook hat sich Widerstand formiert.

Wie das Newsportal „index.hr“ berichtet, soll die Facebook-Gruppe „Blut wird auf den Straßen von Split fließen, es wird keine Schwulenparade geben“ innerhalb weniger Tage bereits mehr als 400 Mitglieder angezogen haben. Obwohl sie mittlerweile geschlossen wurde, geben der schnelle Zulauf und die Meinungen, die dort ausgetauscht wurden, Grund zur Sorge.

Ziel der Gruppe war es, zu zeigen, dass eine „unmoralische Demonstration“ wie eine Lesben- und Schwulenparade nicht erwünscht sei. Diese Veranstaltung würde „Kinder vergiften“, wie es weiter hieß. Dem entsprechend äußerten sich auch ihre Mitglieder.

„Warum sind sie stolz auf ihre Krankheit“, war da genauso zu lesen wie „Jeder normale Mensch hat die Paraden von psychisch kranken Leuten satt. Ihnen ist es egal, dass Kinder diese kranken Leute ansehen müssen“. Andere Gruppenmitglieder riefen gar zum „Schwulenverprügeln am 9. Juni 2012“ auf.

Nun ermittelt die Polizei. „Wir haben gestern mit den Ermittlungen begonnen. Der Name der Gruppe ist problematisch. Wir versuchen, herauszufinden, wer die Gruppe gegründet hat und handeln gemäß dem Gesetz. Danach informieren wir die Staatsanwaltschaft“, erklärt Marina Kraljević-Gudelj, Sprecherin der Polizei von Split-Dalmatien.

Die Sorge ist berechtigt: Bereits im Vorjahr standen musste die Polizei 300 Paradenteilnehmer vor mehr als 1000 Gegendemonstranten schützen, die „Tötet die Schwulen“ skandierten und die Teilnehmer mit Flaschen, Steinen und anderen Gegenständen bewarfen. Mindestens fünf Personen wurden damals verletzt, mehr als 100 Hooligans vorläufig festgenommen.

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