Transsexuelle Frau von Miss-Wahl ausgeschlossen

Aufregung in Kanada um die Kandidatin einer Miss-Wahl: Ohne Vorwarnung wurde Jenna Talackowa von der Wahl zur „Miss Universe Canada“ ausgeschlossen. Die Begründung: Sie sei keine „natürlich geborene Frau“. Jetzt will sich die 23-jährige wehren.

Jenna weiß bereits seit ihrem 4. Lebensjahr, dass sie im falschen Körper geboren wurde. Mit 14 beginnt sie eine Hormontherapie, mit 19 folgt die geschlechtsangleichende Operation. Im Jahr 2010 kommt sie ins Finale der Wahl zur Miss International Queen, einem Schönheitswettbewerb für Transgender. Doch sie will mehr – und bewirbt sich für die Wahl zur „Miss Universe Canada“.

Dort schafft es Talackowa sogar unter die 65 Finalistinnen – bis sie von einem Tag auf den anderen auf der Website der Misswahl verschwindet. Kurze Zeit später folgt eine knappe Mitteilung: „Jenna Talackowa aus Vancouver, British Columbia, wird nicht an der Wahl zur Miss Universe Canada teilnehmen, weil sie die Anforderungen nicht erfüllte, obwohl sie auf ihrem Anmeldeformular andere Angaben machte.“ Man respektiere ihre Ziele und wünsche ihr das Beste.

Ihr Ziel ist es aber, Miss Universe Canada zu werden. Schließlich ist sie eine Frau, auf allen Dokumenten ist als Geschlecht „weiblich“ angegeben. Allerdings besagt eine Regel „dass jede Kandidatin eine natürlich geborene Frau sein muss“, versucht Denis Davila, der landesweite Geschäftsführer von Miss Universe Canada, den Ausschluss Jennas zu rechtfertigen.

Es gehe nicht um Diskriminierung, versichert er. Doch das will Talackowa nicht ganz glauben. Denn als Miss Universe Canada hätte sie ein Ticket für das Miss Universe Finale in New York erhalten – und die Rechte an diesem Wettbewerb hält der ultrakonservative Wirtschaftsmagnat Donald Trump.

Davon lässt sich die junge Frau aber nicht beirren: „Ich bin disqualifiziert, aber ich gebe nicht auf“, twittert sie. „Ich lasse mich nicht einfach disqualifizieren. Das ist Diskriminierung.“

So sehen das mittlerweile auch gut 38.000 Menschen, die eine Online-Petition unterschrieben haben. Jenna Talackova will nun die Veranstalter klagen. Eine Klage, in der sie sich auch erkämpft, dass sie ist, was sie ist: Eine schöne selbstbewusste Frau.

Links zum Thema