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Heute Entscheidung um offen schwulen Pfarrgemeinderat

Heute entscheidet sich, ob die kleine Weinviertler Gemeinde Schützenhofen einen offen schwulen Pfarrgemeinderat bekommen darf.

Wie die Tageszeitung „Die Presse“ berichtet, entscheidet der Bischofsrat der Erzdiözese Wien, ob ein Mann, der in einer Eingetragenen Partnerschaft lebt, so deutlich gegen die römisch-katholische Lehre verstößt, dass er für den Pfarrgemeinderat nicht wählbar ist.

Kardinal Christoph Schönborn spricht sich nach Informationen der „Presse“ eher für den jungen Mann aus. Er habe den Fall „eingehend geprüft“ und sich auch mit Florian Stangl und dessen Partner getroffen. Damit dürfte die Wahrscheinlichkeit, dass er Pfarrgemeinderat von Schützenhofen werden darf, deutlich steigen.

Unterdessen sorgt der Pfarrer von Stützenhofen für Aufregung: Der gebürtige Pole soll den Journalist einer Regionalzeitung bedroht haben. Ewald Schingerling, Redakteur der „Bezirksblätter“ schrieb in seinem Bericht, Pfarrer Gerhard Swierzek, der strikt gegen einen offen schwulen Pfarrgemeinderat ist, sei – unter Anführungszeichen – „beurlaubt“, weil ein anderer Geistlicher die Sonntagsmesse gelesen hatte. Diese Meldung machte im Ort schnell die Runde – auch, wenn sie nicht stimmte.

Swierzek suchte den Redakteur deshalb Mittwoch abend in dessen Privathaus in der Nachbarortschaft auf, schimpfte und drohte lauthals mit einer Klage. Mehrmaligen Bitten, das Haus zu verlassen, kam er nicht nach. Er musste „aus dem Haus gedrängt“ werden, wie die „Presse“ schreibt.

Es ist nicht das erste Mal, dass der resolute Pfarrer und der Journalist aneinander krachen: Bei der Recherche zu dem Artikel wollte der Geistliche den Artikel vor der Veröffentlichung lesen – was der Redakteur verweigerte.

Mit dem Überraschungsbesuch sei eine Grenze überschritten worden, so Schingerling: „So wie er aufgetreten ist, habe ich mich im ersten Moment schon bedroht gefühlt“. Deswegen habe er Kardinal Christoph Schönborn in einem offenen Brief gebeten, dafür zu sorgen, dass Swierzek ihn nicht erneut aufsuche. Sonst werde er ihn „mit Sicherheit“ wegen Hausfriedensbruch klagen.

Nun soll Generalvikar Nikolaus Krasa dem Pfarrer klarmachen, dass die Privatsphäre von Redakteuren „unbedingt zu respektieren“ sei, so Michael Prüller, der Sprecher der Erzdiözese.

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